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Millionenabfindung für Chefs : Mediamarkt-Saturn-Konzern begeistert die Anleger

Ceconomy verkündet gute Nachrichten. Bild: dpa

Ceconomy hat ein katastrophales Geschäftsjahr hinter sich. Jetzt geht es für das Unternehmen offenbar bergauf. Doch hohe Abfindungen für ehemalige Vorstände belasten den Technik-Konzern.

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          Nach einem katastrophalen Geschäftsjahr 2017/18 hat der Elektronikhändler Ceconomy im wichtigen Weihnachtsgeschäft auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Im Auftaktquartal des laufenden Geschäftsjahrs (Ende September) verbesserte die Obergesellschaft von Mediamarkt und Saturn den Umsatz um 1,7 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Die Börse reagierte erleichtert: Mit einem Kursanstieg von zeitweise 20 Prozent rangierte die stark abgesackte Aktie am Freitag mit weitem Abstand an der Spitze des Kleinwerteindex S-Dax.

          Christine Scharrenbroch
          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Allerdings wird die Ertragslage durch das tiefgreifende Revirement im Top-Management belastet. Die Abfindungen für 16 ausgeschiedene Führungskräfte beliefen sich auf insgesamt 34 Millionen Euro, wie Interims-Finanzvorstand Bernhard Düttmann in einer Telefonkonferenz berichtete. In der Folge schrumpfte das operative Ergebnis (Ebit) um 19 Millionen Euro auf 234 Millionen Euro.

          Nach mehrfach verfehlten Gewinnzielen hatte Pieter Haas im Oktober den Ceconomy-Vorstandsvorsitz räumen müssen. Zum Jahreswechsel schied Finanzvorstand Mark Frese aus. Etliche Personalwechsel gab es auch bei der Media-Saturn-Gruppe.

          Verschleppte Strategie

          Die eingeschlagene Strategie sei im Prinzip richtig gewesen, stellte Düttmann fest. „Sie ist nur leider in einigen Bereichen absolut verschleppt umgesetzt worden.“ Einige Ländergesellschaften wie Italien und Spanien hätten sich beweglich gezeigt, andere nicht. „Wir glauben an das Potential von Ceconomy“, bekräftigte Düttmann. Das solide erste Quartal stimme ihn positiv. Das künftige Führungsteam werde die digitale Transformation und den kulturellen Wandel weiter vorantreiben.

          Neuer Vorstandsvorsitzender wird zum 1. März Jörn Werner, der zuletzt an der Spitze der Werkstattkette Auto-Teile-Unger stand. Neue Finanzchefin wird Karin Sonnenmoser.

          Spätestens zum nächsten Quartalsbericht am 21. Mai will der Vorstand Details zum angestrebten Konzernumbau vorlegen. Zur Beschleunigung der Abläufe und der Optimierung der Lieferkette soll die Organisation stärker zentralisiert werden. Schnell sollen Sparmaßnahmen greifen. Im Vergleich zum Wettbewerb arbeitet der Konzern mit zu hohen Kosten.

          Beim Umsatzanstieg profitierte das Unternehmen im Quartal vom Onlinegeschäft, das um 28 Prozent anzog und 14,6 Prozent zum Gesamtumsatz beitrug. Vor allem die Aktionstage rund um den Black Friday seien besser gesteuert worden – im Gegensatz zur verfehlten Rabattpolitik des Vorjahres. Zwar kam es auch diesmal wieder zu Umsatzverschiebungen hin zu den Rabatttagen. Das Weihnachtsgeschäft lief dennoch besser als im Vorjahr.

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