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Mecklenburg-Vorpommern : Wadan-Werften stellen Insolvenzantrag

  • Aktualisiert am

Große Schiffe, großer Arbeitgeber, große Not: Die Wadan-Werften haben Insolvenz angemeldet Bild: dpa

Die Wadan-Werften, einer der größten Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern, haben Insolvenz angemeldet. Der Niedergang hatte sich abgezeichnet: Wegen der Wirtschaftskrise gibt es nicht mehr viel zu transportieren. Die Branche trifft das mit voller Wucht.

          Die Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde sind zahlungsunfähig. Das seit einem Jahr mehrheitlich in russischer Hand befindliche Unternehmen habe am Freitag Insolvenzanträge gestellt. Das bestätigte der Leiter des Amtsgerichts Schwerin, Peter Winterstein.

          Wadan hatte infolge der internationalen Wirtschaftskrise und ausbleibender Aufträge für Schiffsneubauten bis Ende Mai Kredite und Bürgschaften des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern über insgesamt mehr als 200 Millionen Euro erhalten. Aufsichtsratschef Andrej Burlakow forderte am Donnerstag eine Ausweitung der Staatshilfen von der Schweriner Landesregierung. Diese lehnte mit Verweis auf bestehende Zahlungsverpflichtungen des russischen Mehrheitseigners jedoch ab.

          Wichtiger Arbeitgeber in der Region

          Die Wadan-Belegschaften sollen am Nachmittag bei außerordentlichen Betriebsversammlungen in Wismar und Rostock über die Situation informiert werden. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) kündigte seine Teilnahme an. Wie Amtsgerichtsdirektor Winterstein sagte, wird es vorrangige Aufgabe des Insolvenzverwalters sein, Produktion und Arbeitsplätze zu sichern. Auf den Werften werden derzeit zwei Großfähren gebaut.

          Die Wadan-Werften sind für Mecklenburg-Vorpommern das, was man gemeinhin als Leuchttürme bezeichnet: Mit 2360 Mitarbeitern größter Arbeitgeber der Region, mit 168 Auszubildenden eines der letzten Bollwerke vor der endgültigen Vergreisung eines Landstrichs. Doch die Finanzkrise trifft die deutschen Werften mit voller Wucht. Weil es nicht mehr viel zu transportieren gibt und in ein paar Jahren ohnehin weltweit eine Überkapazität an Schiffstonnage auf viel zu wenig Nachfrage trifft, bestellen die Reeder keine neuen Schiffe (siehe dazu auch: Schiffswerften vor dem Untergang).

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