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Formel-1 : McLaren braucht Millionen-Spritze

Gehört noch nicht zur historischen Sammlung: Lewis Hamilton in einem Wagen von McLaren. Bild: AP

Sport- und Rennwagen-Unternehmen könnte alte Formel-1-Autos verpfänden.

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          Um akute Finanzengpässe in der Corona-Krise zu überbrücken, braucht der britische Sport- und Rennwagenhersteller McLaren Group Finanzspritzen in dreistelliger Millionenhöhe. Offenbar erwägt die Unternehmensspitze nun ungewöhnliche Schritte, um an 250 bis 275 Millionen Pfund (280 bis 310 Millionen Euro) zu kommen. Sie könnte ihre Sammlung historischer McLaren-Rennwagen, eine der wertvollsten Formel-1-Kollektionen der Welt, sowie ihr Hauptquartier im südenglischen Woking verpfänden, berichtet der Fernsehsender Sky News.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Die Autosammlung umfasst Formel-1-Wagen seit den sechziger Jahren, die teils noch von den legendären Rennpiloten Ayrton Senna und Bruce McLaren, dem Unternehmensgründer, gesteuert wurden. Die Sammlung soll nach Schätzungen bis zu einer Viertelmilliarde Pfund wert sein. Das futuristisch-flache Fabrikgebäude in Form eines Yin-und-Yang-Zeichens an einem künstlichen See bei Woking, eine Autostunde südwestlich von London, hat der Star-Architekt Sir Norman Foster vor knapp zwanzig Jahren gebaut. Es soll angeblich 200 Millionen Pfund wert sein.

          Die McLaren Gruppe ist von der Corona-Krise gleich doppelt betroffen. Zum stockt der Verkauf von Sportwagen, mit denen McLaren den Löwenanteil seines Umsatzes von fast 1,5 Milliarden Pfund im Jahr 2019 machte. Zum anderen pausiert die Formel-1. Allerdings erbringt die Rennsportabteilung nur etwas mehr als 10 Prozent des Umsatzes und machte 2019 nach Abzug der Kosten sogar Verlust. Bedeutender ist die Sportwagenabteilung. Im Vorjahr verkaufte McLaren gut 4750 Sportwagen, davon etwa 40 Prozent in Nordamerika, und hoffte bald die 5000-Marke zu überspringen. Nun sind die Verkaufszahlen eingebrochen.

          Ein Teil der Mitarbeiter ist beurlaubt. Im März haben McLarens Hauptaktionäre, angeführt vom Staatsfonds Mumtalakat aus Bahrain, dem Unternehmen 300 Millionen Pfund gegeben. Wie Sky News berichtet, hat das Unternehmen zudem vor kurzem das Wirtschaftsministerium angefragt, ob ein staatlich garantierter 150-Millionen-Kredit möglich wäre, doch bekam es eine Absage. Umso dringender sucht es nun nach anderen Quellen für frisches Geld.

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