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McDonalds will expandieren : Pommes für Teheran

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Gibt’s vielleicht auch bald in Teheran: Pommes aus den Fritteusen von McDonalds. Bild: dpa

Iran als Chance: Nach dem Atom-Abkommen machen viele Firmen schon Pläne für gute Geschäfte mit dem Land. McDonalds beantragt eine Lizenz. Wirtschaftsminister Gabriel ist vor Ort.

          Der amerikanische Fastfood-Konzern McDonalds plant nach der Atom-Einigung, Filialen im Iran zu eröffnen. Das Unternehmen soll sich bereits für eine Lizenz in dem Land beworben haben - eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst allerdings nicht. Die Kette, die zum Beispiel Pommes Frites und Hamburger verkauft, ist unter Iranern sehr beliebt und gilt während Auslandsbesuchen häufig als Muss.

          Schon während der Präsidentschaft des reformorientierten Mohammed Chatami Ende der neunziger Jahre plante das Land die Eröffnung der ersten McDonalds-Filiale im Norden der Hautstadt Teheran. Dagegen gab es damals aber heftige Proteste der Hardliner im Iran, die in dem Unternehmen ein „Symbol des Imperialismus und amerikanischen Kapitalismus“ sahen. Präsident Chatami und seine Regierung mussten das Projekt deswegen auf Eis legen - anstelle von McDonalds wurde auf dem gleichen Gelände jedoch ein ähnliches Fastfood-Restaurant mit dem Namen „Superstar“ eröffnet.

          Gabriel will Menschenrechte ansprechen

          Auch viele andere Firmen erhoffen sich von der nun erfolgten Einigung im Atomstreit gute Geschäfte in dem Land. Nach 14 Jahren Stillstand wollen zum Beispiel auch Deutschland und Iran ihre regelmäßigen Konsultationen zur wirtschaftlichen

          Zusammenarbeit wieder aufnehmen. Erstmals seit 2001 soll Anfang des nächsten Jahres die gemeinsame Wirtschaftskommission unter Leitung der zuständigen Minister wieder tagen. Das sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der sich derzeit in Teheran aufhält, nach einem Treffen mit dem iranischen Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh.

          Gleichzeitig warb Gabriel für einen Dialog mit Iran über Menschenrechte, die Stellung der Frau und den Schutz religiöser Minderheiten. „Als Freunde wollen wir auch mit ihnen darüber reden", sagte er. „Auch wirtschaftliche Freiheit braucht Individualität und die Entwicklung individueller Freiheiten."

          Der SPD-Chef ist der erste westliche Spitzenpolitiker, der das Land nach dem unterzeichneten Atom-Abkommen vom vergangenen Dienstag besucht. Zuletzt war ein deutscher Minister 2002 in Teheran.

          Wie schnell und umfangreich auch deutsche Unternehmen Geschäfte mit dem Land machen können, hängt konkret davon ab, wann die Sanktionen gegenüber Iran fallen. Eine weitere Hürde dafür könnte an diesem Montag fallen: Der UN-Sicherheitsrat will in New York über eine entsprechende Resolution abstimmen, deren Annahme als wahrscheinlich

          gilt. Es geht dabei aber nur um die Strafmaßnahmen, die die Vereinten Nationen ihren 193 Mitgliedern auferlegt haben. Die Sanktionen der Europäischen Union, der Vereinigten Staaten und anderer Länder sind nicht betroffen.

          Sollte die Resolution angenommen werden, sind damit die Sanktionen noch nicht aufgehoben. Erst wenn die Internationale Atomenergiebehörde IAEA bestätigt, dass Teheran seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, fallen die Verbote. Wie lange das dauert, liegt vor allem am Iran selbst.

          Einige der Strafmaßnahmen sind neun Jahre alt, einige wurden zwischenzeitlich verschärft, andere gelockert. Zunächst wurden ein Waffenembargo verhängt und Finanzgeschäfte erschwert. Im Jahr 2010 gab es weitere Verbote im Versicherungs- und Finanzsektor und rund um Investitionen in die Öl- und Gasindustrie. Einige Schlüsselpersonen bekamen Einreiseverbote und Gelder der Revolutionsgarden auf ausländischen Konten wurden eingefroren. Vor zwei Jahren waren dann einige Sanktionen gelockert worden.

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