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Zweistelliger Millionenbetrag : McDonald’s hilft seinen Franchise-Nehmern

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Abstand halten: Im niederländischen Arnheim hat McDonald’s sein Hygienekonzept getestet. Bild: Reuters

Durch die Corona-Beschränkungen ist vielen McDonald’s-Restaurants ein Großteil des Umsatzes weggebrochen. Der Konzern greift seinen Betreibern unter die Arme – und geht mit einem flächendeckenden Hygienekonzept wieder an den Start.

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          McDonald's verzichtet in der Corona-Krise auf einen Teil der Zahlungen seiner Restaurantbetreiber in Deutschland. Ihnen wurden die Pacht- und Franchisegebühren für März und April gestundet, ein Teil der Miete auch erlassen, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Zudem plant der Burgerbrater eine Werbeoffensive. Hintergrund sei, dass von Montag an wieder in allen Bundesländern auch die Innenräume der Schnellrestaurants genutzt werden können, sagte ein Sprecher am Freitag.

          Die meisten der 1480 McDonald's-Restaurants in Deutschland werden von rund 200 Franchisenehmern betrieben. Dem Bericht zufolge verzichtet das Unternehmen nun vorübergehend auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Über zusätzliche Hilfen solle im Einzelfall entschieden werden. In der Krise hatte McDonald's versucht, möglichst viel über die Drive-In-Schalter zu verkaufen. „Zwar haben wir jetzt mehr Umsatz mit dem McDrive erzielt, aber komplett kompensieren konnten wir den Wegfall bei Weitem nicht“, sagte Deutschland-Chef Holger Beeck dem Blatt. Nach Angaben des Konzerns machte der Umsatz innerhalb der Filialen vor der Corona-Krise 70 Prozent aus.

          Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen zusammen mit einem „unabhängigen namhaften Hygieneexperten“ einen Maßnahmenplan für seine deutschen Restaurants entwickelt. Er soll bundesweit gelten. Darunter fallen auch bauliche Veränderungen wie der Einbau von Plexiglasscheiben und Trennwänden in den Sitzbereichen der Restaurants. Auch würden Aufkleber angebracht, die es den Kunden erleichtern sollen, den Mindestabstand untereinander einzuhalten. Die Kinder-Spielbereiche bleiben vorerst geschlossen. Wo es die Behörden anordnen, müssen die Kunden nach Angaben einer Konzernsprecherin auch in McDonald's-Filialen ihre Kontaktdaten angeben, um etwaige Infektionsketten nachverfolgen zu können. Wo sich Kunden vorm Restaurantbesuch mit Adresse und Telefonnummer anmelden müssen, was etwa in Kiel der Fall ist, könnten sie sich direkt vor Ort registrieren lassen.

          Kontaktfrei: Wo es die Verordnungen verlangen, wird in McDonald’s-Filialen komplett auf Tischservice umgestellt.

          Wie McDonald's-Filialen unter Einhaltung der verschärften Hygieneregeln betrieben werden können, hat der Konzern im niederländischen Arnheim getestet. Dort mussten die Gäste am Eingang warten, bis sie eine Nummer bekamen. Nach Aufruf konnten sie auf einem der Touchscreens bestellen, der nach jedem Kunden desinfiziert wurde. Mitarbeiter brachten das Essen, um den direkten Kontakt zu Kunden zu vermeiden, mit einem Servierwagen an den Tisch. In den Regionen in Deutschland, in denen die Verordnungen lediglich den Tischservice erlauben, werde das so gehandhabt, hieß es von Seiten des Unternehmens.

          Insgesamt werden sich weniger Gäste als vor der Corona-Krise in den Restaurants aufhalten dürfen, was dem Umsatz von McDonald's weiterhin stark beeinträchtigen wird. Wie die meisten Schnellrestaurant-Ketten ist das Unternehmen von den Corona-Einschränkungen stark betroffen. Im ersten Quartal 2020 ging der Gewinn von McDonald’s verglichen mit dem Vorjahreswert um knapp 17 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zurück. Die Erlöse fielen um sechs Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar, der flächenbereinigte Umsatz in Filialen weltweit um 3,4 Prozent.

          Von diesem Montag an haben Restaurants in fast allen Bundesländern geöffnet. Ausnahmen gelten für Bayern, wo vorerst nur Biergärten und Außenbereiche aufmachen dürfen, und Sachsen-Anhalt. Dort brauchen Wirte eine Sondergenehmigung vom Kreis, wenn sie schon am 18. Mai öffnen wollen.

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