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Maye Musk : „In unserer Familie nimmt niemand frei“

Maye Musk ist die Mutter des Unternehmers Elon Musk. Am Donnerstag erscheint ihre Autobiographie „Eine Frau, ein Plan“. Bild: Danny Moloshok

Wer Elon Musk verstehen möchte, muss seine Mutter Maye kennen lernen. Im Interview spricht sie über Abenteuertouren in der Wüste, ihre Modelkarriere mit 70 und wie sie einst aus Armut auf Dates verzichtete.

          10 Min.

          Es war das Jahr des Elon Musk. Nachdem er lange als Großmaul gegolten und mit seltsamen Tweets auf sich aufmerksam gemacht hatte, wird er seit diesem Jahr von allen ernst genommen. Sein Elektroauto-Unternehmen Tesla wurde zum wertvollsten amerikanischen Autokonzern aller Zeiten. Endlich macht die Firma genug Gewinn, um in den amerikanischen Aktienindex S&P 500 aufgenommen zu werden. Und Musks Raumfahrt-Start-up Space X brachte zum ersten Mal Menschen ins Weltall. Wie Elon Musk tickt, versteht man besser, wenn man seine Mutter Maye kennenlernt. Am Donnerstag erscheint ihre Autobiographie „Eine Frau, ein Plan“. Sie hat nämlich selbst einiges zu erzählen: Als Zweijährige zog sie mit ihrer Familie von Kanada nach Südafrika – teils wegen der Abenteuerlust ihres Vaters, teils weil er sich mit der kanadischen Regierung angelegt hatte, deren Politik ihm zu kommunistisch erschien. Heute ist Maye Musk eines der weltweit gefragtesten Models über 70, Ernährungsberaterin und Referentin mit zwei Masterabschlüssen, das Ganze mit einem bewegten Privatleben. Die Familie Musk ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Frau Musk, Ihr neues Buch enthält eine ziemlich schockierende Episode aus Ihrem Leben. Sie erzählen, wie Ihr Mann Sie verprügelt und Ihr Sohn Elon verzweifelt versucht, Ihnen zu helfen...

          Ja, und Elon war ja noch so klein. Er ging ihm nur bis zum Knie und hat ihn in die Kniekehlen geboxt, damit er aufhört.

          Warum wollten Sie diese Geschichte erzählen?

          Die Idee für mein Buch kam, weil Leute mich oft um Rat fragen oder mir von ihren Problemen erzählen. Aber ich wusste erst nicht so richtig, was ich schreiben sollte. Also fragte ich meine Kinder – Elon, Kimbal und Tosca –, und sie haben mir alle gesagt, ich müsse auch davon sprechen, wie hart mein Leben manchmal war. Ich hatte erst die Sorge, dass das dann zu negativ wird. Aber meine Kinder meinten, die Leute müssten wissen, was ich durchgemacht habe. Sie finden, es war sogar noch schlimmer, als es jetzt im Buch steht, womit sie nicht unrecht haben. Mein Bruder und meine Zwillingsschwester wussten nie davon. Das ist der Punkt: Man spricht nicht darüber.

          Sie haben nicht mal mit Ihrer Zwillingsschwester gesprochen, zu der Sie ein sehr enges Verhältnis haben?

          Nein, man spricht darüber nicht mit den Freunden, nicht mit der Familie. Ich weiß nicht, wieso. Ich denke, Frauen müssen diese Geschichten mehr erzählen, auch damit sie schneller aus einer solchen Situation herauskommen.

          Trotzdem wirken Sie in Ihrem Buch insgesamt wie eine Optimistin. Wie haben Sie es geschafft, eine positive Einstellung zu behalten?

          Wenn Sie einmal aus einer Situation heraus sind, ist alles besser. Natürlich hatte ich Geldprobleme, aber man muss ja nicht unbedingt ins Kino gehen oder ins Restaurant. Man braucht auch nicht unbedingt neue Schulkleidung für die Kinder, Sie können gebrauchte nehmen. Man braucht auch keine übergroßen Mahlzeiten, manchmal gab es bei uns auch nur Erdnussbutter-Sandwiches als Hauptmahlzeit. Man kann auf viel Luxus verzichten. Solange man ein Dach über dem Kopf und ein Bett hat, ist alles in Ordnung.

          Maye Musk mit ihren Kindern in Südafrika
          Maye Musk mit ihren Kindern in Südafrika : Bild: Maye Musk

          Kommt diese Zeit trotzdem manchmal bei Ihnen noch hoch? Fühlen Sie manchmal noch Wut, dass Ihnen das passiert ist?

          Na ja, das ist jetzt vierzig Jahre her, und ich bin seit langem geschieden. Eigentlich spüre ich keine Wut mehr. Es gibt genügend andere Dinge, über die ich mich ärgern kann. Wenn Sie von Ihrem Ehemann geschlagen werden, was können Sie tun? Und wenn ich meinen Mann nach Elon verlassen hätte, dann hätte ich nicht meine anderen beiden wunderbaren Kinder.

          Wie schafft man es, danach neu anzufangen?

          Wenn Sie mit Ihren Kindern abhauen, haben Sie erst mal viel Angst und kein Selbstvertrauen. Aber wenn Sie den Schrecken nicht mehr erleben, ist jeder Tag besser. So wächst das Selbstvertrauen. Mein Mann hatte mir zwei- oder dreimal am Tag gesagt: Du bist hässlich, dumm und langweilig, deshalb haben wir keine Freunde. Aber nach der Scheidung kamen plötzlich überall Leute auf mich zu. Ich fragte: Ich dachte, ihr hasst mich? Und sie antworteten: Nein, wir wollten nur nicht in seiner Nähe sein. Das habe ich erst herausgefunden, als ich weg war.

          Als Sie dann Südafrika verlassen haben und nach Kanada gingen, hatten Sie wenig Geld. Sie haben einmal gesagt, Sie hätten sich nicht auf Dates getraut, weil Sie Angst hatten, die Hälfte der Rechnung bezahlen zu müssen.

          Ja, das war in unserem ersten Jahr in Kanada so. In Südafrika haben immer die Männer gezahlt, wenn sie mich zu einem Essen einluden. Aber ich hatte gehört, dass man sich in Kanada die Rechnung teilt. Ich war ein Model, ich wurde oft eingeladen – aber ich bin nicht gegangen. Wenn wir die Rechnung geteilt hätten, hätte ich meinen Kindern kein Essen mehr kaufen können.

          Einmal haben Sie geweint, weil Sie Milch verschüttet haben.

          Ich bin Ernährungsberaterin und sehr gründlich mit meinem Haushaltsbudget. Und ich habe meine Einkäufe immer genau geplant: das Brot, die Milch, das Müsli, das Obst und Gemüse. Zu dieser Zeit hat mein Ex-Mann mich neun Jahre lang mit Klagen überzogen. Er hat mir vorgeworfen, ich sei eine schreckliche Mutter und eine schlechte Person. Er hat keine Klage gewonnen, aber so was belastet natürlich. Und in all dem Stress habe ich mich einmal herumgedreht und eine Milchflasche umgestoßen. Ich bin wirklich in Tränen ausgebrochen, weil ich mir keine neue Flasche Milch leisten konnte.

          Familie Musk, von links nach rechts: Tosca (46) produziert Filme, Elon (49) baut Elektroautos und Raumschiffe, Maye (72) modelt, Kimbal (48) betreibt eine Restaurantkette und Lerngärten.
          Familie Musk, von links nach rechts: Tosca (46) produziert Filme, Elon (49) baut Elektroautos und Raumschiffe, Maye (72) modelt, Kimbal (48) betreibt eine Restaurantkette und Lerngärten. : Bild: Maye Musk

          Verglichen mit den bescheidenen Zeiten von damals, sehen Sie heute in Ihrer Familie enormen Reichtum. Ihr Sohn ist jetzt reicher als Mark Zuckerberg und Bill Gates. Wie bringen Sie diesen Gegensatz zusammen?

          Es ändert nicht viel. Ich esse immer noch sehr bescheiden, weil ich mein Gewicht halten muss. Im Wesentlichen esse ich vegetarisch und nur manchmal Fleisch, Fisch oder Hühnchen. Wenn meine Kinder Geld verdienen, fließt es in gute Dinge. Kimbal zum Beispiel hat Restaurants, in denen die Zutaten direkt vom Bauernhof kommen, und jetzt stiftet er Gärten für benachteiligte Schulen, wo die Kinder keinen Zugang zu Obst und Gemüse haben, so dass sie das selbst anbauen können. Tosca macht Filme, in denen die Frauen stark, selbstbewusst und intelligent sind. Und was immer Elon tut, es soll den Planeten retten. Oder einen neuen Planeten entdecken. Ich hoffe ja eigentlich, dass er sich mal einen halben Tag in der Woche freinimmt. Andererseits: Niemand in unserer Familie nimmt sich einen halben Tag in der Woche frei.

          Niemand?

          Nein, ich arbeite auch an Wochenenden und Feiertagen. Mir fällt immer etwas ein, was ich tun kann.

          Elon wird ja gelegentlich vorgehalten, dass er zu viel arbeitet. Geht das dem Rest Ihrer Familie auch so?

          Wir arbeiten alle zu viel. Meine Eltern waren genauso. Sie arbeiteten sehr hart, ich habe sie immer erst um sechs Uhr abends gesehen, nicht tagsüber. Wir waren fünf Kinder. Wir gingen allein zur Schule, wir machten unsere Hausaufgaben allein, dann gingen wir raus oder fuhren Fahrrad. Sie haben nie unsere Hausaufgaben kontrolliert oder uns gesagt, was wir tun sollten. Wir waren komplett unabhängig und selbst für uns verantwortlich.

          Zu was für einem Menschen wird man dann?

          Man wird sehr unabhängig. Sie müssen die Dinge selbst erledigen. Und Sie wissen: Wenn Sie etwas entscheiden, sind Sie selbst dafür verantwortlich. Ich habe mich in acht Städten in drei Ländern selbständig gemacht, und jedes Mal war es wirklich schwer. Es ist immer hart, in eine neue Stadt zu ziehen und alles ans Laufen zu kriegen. Das machen Sie, weil Sie entweder aus einer schlechten Situation wegziehen oder zu einer besseren hin. Man muss in gewisser Weise an einem extremen Punkt sein, um woanders hinzuwollen. Wenn Leute mir sagen, ich zöge wohl gerne um, sage ich ihnen: Nein, niemand zieht gerne um.

          Sie haben auch noch mal angefangen, einen Doktor zu machen, als Ihre Kinder schon groß waren. Nicht nur das, Sie sind dazu auch von Südafrika nach Kanada gezogen. Wie haben Sie sich dort durchgeschlagen?

          Der Zugang zu meinem Geld in Südafrika war blockiert, aber ich hatte eine billige Wohnung. Als Studentin in Toronto standen mir monatlich 300 Dollar in Aussicht, jedes meiner drei Kinder bekam auch 300 Dollar, zusammen kamen wir also auf 1200 Dollar. Das war toll! Ich habe an der Uni in Teilzeit gearbeitet. So hatte ich 1000 Dollar von der Universität, um meine Wohnung zu zahlen, 1200 Dollar für unsere Grundausgaben, und der Rest kam obendrauf.

          Welcher Rest?

          Ich lehrte zwei Abende in der Woche Ernährung und zwei Abende in der Woche Modeln. Die Modelagentur gab mir dafür ein kostenloses Büro. Sie sehen: Alles lief wunderbar! Und dann fand ich einen deutschen Freund, ich war da 42 oder 43 Jahre alt. Er war so nett zu uns allen. Wenn die Kinder Geburtstag hatten, machte er für sie einen Grillabend im Hinterhof, weil wir uns keine Party leisten konnten. Er wollte sogar, dass ich seine Familie in Hamburg treffe. Also schickte er mich für drei Monate ins Goethe-Institut zum Deutschlernen, und ich habe mich wirklich reingekniet. In der Prüfung hatte ich dann 99 Prozent. Die Lehrer waren trotzdem sauer und sagten: „Noch nie hatte jemand 100 Prozent, und Sie machen den blödesten Fehler überhaupt.“ Dabei war die richtige Antwort ganz einfach, sie hieß: „Wie geht’s?“ Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Antwort so einfach sein könnte.

          Wie ist Ihr Deutsch heute?

          Es ist etwas langsamer geworden, weil mir die Gelegenheit zum Üben fehlt. Aber wenn ich in meinem Tesla unterwegs bin, höre ich deutsche Nachrichten. Ich wollte eigentlich mitkommen, als Elon in diesem Jahr zum neuen Tesla-Werk in Berlin gereist ist, aber das ging wegen Covid nicht. Aber ich will so bald wie möglich hin.

          Bevor Sie damals nach Kanada gezogen sind, haben Sie sich das Land eine Woche lang angesehen, um überhaupt über die Idee nachzudenken. Doch währenddessen verkaufte Ihre Tochter Tosca schon all Ihre Sachen in Südafrika – und auch fast Ihr Haus.

          Ich habe Elon in Vancouver besucht, wo er bei meinem Halbbruder war. Und dann habe ich darüber nachgedacht, ob ich meinen Doktor in Kanada mache. Aber mein Geschäft in Südafrika lief gut. Ich hatte die höchste Auszeichnung für Ernährungsberater bekommen, ich war finanziell sicher, ich konnte gut leben. Ich hätte die Kinder in Südafrika sogar zur Universität schicken können. Aber dann ist Elon nach Kanada gezogen. Und Tosca sagte: Ziehen wir nach Kanada. An dieses Gespräch erinnere ich mich genau, wir aßen Gnocchi, unser Lieblingsessen. Ich antwortete: Das mache ich in zwei Jahren, nach meinem Doktor. Dann besuchte ich aber mit Elon jede große Stadt in Kanada, ging zu den Universitäten und den Modelagenturen. Das ging gut, die brauchten zwar nicht viele 40-jährige Models, aber jede Agentur brauchte eines. Als ich nach Südafrika zurückkam, war mein Haus leer, mein Auto war weg, und da lagen die Papiere zum Unterschreiben, Tosca sagte: Wir gehen jetzt. Sie hat nur die Schlafzimmermöbel behalten, weil sie wusste, wie sehr ich die mochte. Ich hatte keine Wahl. Ich konnte nicht alles zurückkriegen. Also unterschrieb ich, und wir gingen.

          Andere Eltern wären wütend geworden.

          Ja, aber sie hatte nicht unrecht. Sie war 15, aber schon eine sehr zielstrebige Frau, und sie sah keinen Grund für uns, den Umzug zu verzögern. Ihre Überlegungen waren schlüssig.

          Sie beschreiben in Ihrem Buch jährliche Trips mit Ihren Eltern in die Kalahari-Wüste, wo es gefährliche Hyänen gab. Schätzen Sie sich als jemand ein, den man gerne bei sich hätte, wenn es einen in die Wüste oder auf eine einsame Insel verschlägt?

          Na ja, ich würde mir zu helfen wissen. Ich würde auf jeden Fall alles erforschen und mir Dinge beibringen. Man muss ja überleben. Es ist schon interessant, wenn ich an die Zeit in der Kalahari-Wüste zurückdenke. Wie gefährlich das war, wie brillant meine Eltern waren und wie gut sie das organisiert und geplant haben. Und sie waren dabei auch sehr vorsichtig. Ihr Motto war: Lebe gefährlich auf vorsichtige Art. Und ich denke, genau das tun meine Kinder und ich auch.

          Ihre Kinder sind alle sehr zielstrebig. Woher kommt das?

          Ich denke, das liegt in den Genen. Meine Eltern sind so, meine Brüder und Schwestern auch. Wir haben ein Ziel, und wir haben Dinge, die wir tun wollen, und dann tun wir sie eben. Genauso habe ich zu mir selbst gesagt: Ich bin Ernährungsberaterin und Model. Und jetzt wollen die Leute auch, dass ich eine Art Identifikationsfigur bin. Für Frauen über 70, die keine Angst davor haben, älter zu werden, die in ihrem Leben immer noch weiterkommen und großartige Dinge machen wollen und die für ihre Intelligenz und ihre Weisheit respektiert werden. Ich habe eine neue Rolle als jemand, der andere Frauen ermutigt, zufriedener mit sich selbst zu sein und ein besseres Leben zu führen.

          Elon und Kimbal haben einmal öffentlich darüber gesprochen, was sie antreibt. Dabei fiel oft der Satz: „Ich muss das machen, weil es sonst niemand tut.“ Ist das auch eine Art Familienmotto?

          Es scheint so. Wir scheinen alle Dinge zu tun, die sonst niemand tut, und wir wissen nicht, warum. Was meine Eltern getan haben, war außergewöhnlich. Allein wie sie nach Südafrika kamen. Können Sie sich vorstellen, 1960 von einem kleinen Ort in Saskatchewan in Kanada mit vier Kindern auf einem Frachtschiff nach Südafrika zu fahren?

          Noch mit über 70 Jahren ist Maye Musk als Model erfolgreich.
          Noch mit über 70 Jahren ist Maye Musk als Model erfolgreich. : Bild: Maye Musk

          Vor ein paar Jahren wurden Sie eines der Gesichter für die bekannte Kosmetikmarke Cover Girl. Sie haben einmal gesagt, Sie lieben es und sind stolz darauf, dass Sie das älteste Cover Girl sind. Warum ist das so?

          Erst mal hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich tatsächlich einmal ein Cover Girl sein könnte. Und die haben zu mir gesagt, ich sollte Frauen aller Altersgruppen repräsentieren. Man denkt ja, ich würde nur Frauen über 60 oder 70 repräsentieren, aber Tatsache ist: Junge Frauen lieben die Kampagne, weil sie ihnen Hoffnung gibt und Angst vor dem Altern nimmt. Und deshalb begeistert es mich, ein älteres Cover Girl zu sein.

          Wenn Sie auf einer Veranstaltung mit lauter jungen Models sind, dann sehen die Sie als den Star.

          Die umringen mich und machen Selfies mit mir. Ich erinnere mich noch an diese Modenschau in Schanghai in diesem riesigen Stadion, es war der längste Laufsteg, auf dem ich je war, und es waren 150 junge Models da. Und die kamen dann alle zu mir und wollten Selfies. Die Sicherheitsleute mussten mich irgendwann wegziehen.

          Das hört sich ziemlich irre an.

          Ist es auch. Als ich mit 15 Jahren gemodelt habe, hat man mir gesagt: „Du weißt ja, mit 18 ist Schluss für dich.“ Deshalb habe ich mit 17 angefangen, etwas anderes zu studieren, weil ich überzeugt war, ich kann nur bis 18 modeln. Und jetzt bin ich immer noch da.

          Läuft es gut?

          Ich bin gefragter denn je. Vor dem Lockdown hatte ich einen Flug in der Woche. Ob jetzt für einen Vortrag, für einen Auftrag als Model oder um einen Preis als „Ikone“ zu bekommen – wer hätte so etwas gedacht? Im Lockdown hat mich meine Assistentin auf die Idee gebracht, Tiktok-Videos zu machen, das war sehr erfolgreich. Und dann ist mein Buch auch in immer mehr Ländern veröffentlicht worden.

          Sie haben einmal gesagt, Ihnen ist es egal, wenn jemand Sie anheuert, weil Sie Elon Musks Mutter sind – Hauptsache, Sie werden angeheuert. Kommt das manchmal noch vor?

          Seltsamerweise sprechen die Leute gar nicht über Elon, wenn ich als Model unterwegs bin oder einen Vortrag halte. Manchmal fällt Toscas Name, weil sie in der Filmbranche ist. Oder es geht um Kimbal, weil er sich mit gesunder Ernährung beschäftigt. Aber nach Elon werde ich nicht mehr so oft gefragt.

          Wurden Sie früher mehr über ihn definiert als heute?

          Als ich vor einiger Zeit zur Met Gala in New York mit ihm gegangen bin, da war ich bestimmt nur die Nummer zwei oder sogar die Nummer fünfzig. Er war da der große Star. Und ich erinnere mich, dass es vor etwa vier Jahren einige Überschriften in der Art von „Elon Musks Mutter ist ein Cover Girl“ gab.

          Sie haben ihre Kinder zu großer Unabhängigkeit erzogen. Machen Sie sich trotzdem oft Sorgen um sie?

          Ich mache mir jeden Tag Sorgen um sie. Ich denke, keine Mutter kann damit aufhören, sich Sorgen um ihre Kinder zu machen.

          Elon sagt öfter mal, er würde gerne auf dem Mars sterben, nur nicht beim Aufprall. Was denken Sie dann als Mutter?

          Na ja, das liegt so weit in der Zukunft, ich glaube, darüber muss ich mir noch keine Sorgen machen. Er will nicht auf dem Mars sterben. Aber er will zum Mars fliegen – und er weiß, dass manche Menschen dabei sterben können. Aber das ist noch so weit weg.

          Sehen Sie sich jeden Raketenstart von Elons Raumfahrtunternehmen Space X an?

          Ja, jeden einzelnen. Und bei vielen war ich sogar persönlich vor Ort. Ich erinnere mich an einen wichtigen Start, da war ich gerade auf der Fashion Week in New York und musste ihn mir dann auf meinem iPad ansehen. Meine Tochter und ich haben währenddessen auf Facetime miteinander gesprochen. Das war sehr aufregend.

          Denken Sie sich in solchen Momenten manchmal: „O mein Gott, das hat mein Sohn gemacht“?

          Ich denke mir immer: „O mein Gott, das hat mein Sohn gemacht.“ Jedes Mal. Gerade erst kürzlich, als dieser Start mit vier Astronauten war. „O mein Gott, mein Sohn hat das gemacht.“ Es ist unfassbar.

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