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Matratzen, Sofas und Autositze : EU bestraft Schaumstoff-Kartell

  • Aktualisiert am

Schaumstoff wird etwa in Matratzen, Sofas und Autositzen verwendet. Bild: Kaufhold, Marcus

Nach einer Selbstanzeige ist ein Kartell von Herstellern für Schaumstoffe in Möbeln und Autositzen aufgeflogen. Wegen verbotener Preisabsprachen müssen sie nun insgesamt 114 Millionen Euro zahlen.

          Mehrere Schaumstoffhersteller müssen wegen verbotener Preisabsprachen ein EU-Bußgeld von insgesamt 114,1 Millionen Euro zahlen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Die Hersteller hatten zwischen 2005 und 2010 verbotene Absprachen über die Preise von Polyurethanweichschaum getroffen.

          „Das von dem Kartell betroffene Produkt ist sowohl ein grundlegender Bestandteil der von allen Bürgern gekauften Möbel wie Matratzen und Sofas als auch ein wichtiges Vorprodukt für bestimmte Wirtschaftszweige wie die Automobilbranche“, erklärte Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. Die Verkaufspreise wurden demnach in zehn EU-Ländern manipuliert, auch in Deutschland. Anwendungen des Weichschaums in der Autoindustrie, vor allem Sitzen, machten etwa ein Viertel des Marktes aus, erläuterte die Behörde.

          Das Kartell bestand aus Eurofoam (Österreich), Recticel (Belgien), Carpenter Co. (USA) und Vita Cayman (Cayman-Inseln). Vita muss keine Strafe zahlen, da es das Kartell in Brüssel angezeigt hatte. In den Genuss dieser Kronzeugenregelung und weiterer Ermäßigungen kommen aber auch die anderen Firmen, weil sie an der Aufklärung mitarbeiteten.

          Da Eurofoam ein Joint-Venture von Recticel und einer weiteren Firma ist - Greiner aus Österreich, die selbst keinen Weichschaum herstellt - ist die Aufteilung der Geldbußen zwischen diesen drei Unternehmen sehr kompliziert. Den Löwenanteil muss mit über 75 Millionen Euro ohnehin das US-Unternehmen Carpenter zahlen.

          Auslöser für die Absprachen waren den EU-Angaben zufolge gestiegene Kosten für die Ausgangsstoffe des Weichschaums. Die Firmen wollten diese Kosten an ihre Kunden weitergeben, ohne sich einem aggressiven Preiswettbewerb untereinander auszuliefern, urteilten die Brüsseler Hüter des fairen Wettbewerbs.

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