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Marken : Google und Apple werden immer wertvoller

Weiter die wertvollste aller Marken: Coca Cola Bild: AP

Die Rangliste der wertvollsten Marken bestücken weiterhin vor allem amerikanische Hersteller, auch wenn sie an Bedeutung verloren haben. Zweitwichtigste Nation ist Deutschland. Die wertvollsten deutschen Marken sind zwei Autohersteller.

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          Markennamen aus dem Elektronikbereich gewinnen zunehmend an Wert. Im vergangenen Jahr hat der Markenwert des amerikanischen Computerherstellers Apple um 37 Prozent zugelegt, der Suchmaschinenbetreiber Google gewann 36 Prozent. Der Wert der Marke Blackberry stieg um 32 Prozent. Das schreibt die Beratungsgesellschaft Interbrand in einer neuen Studie, die dieser Zeitung vorab vorliegt. Jedes Jahr berechnen die Unternehmensberater monetäre Werte für internationale Markennamen und erstellen daraus eine Rangliste der 100 wertvollsten Marken.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Google verbesserte sich dabei vom siebten auf den vierten Platz und kommt nach der Interbrand-Rechnung nun auf knapp 43,6 Milliarden Dollar. Den Wert der Marke Apple schätzten die Berater auf mehr als 21 Milliarden Dollar. Beide Marken verzichten weitgehend auf klassische Werbung und konzentrieren sich auf die Entwicklung neuer Produkte. „Es gelingt ihnen, bei Verbrauchern bislang unbekannte Bedürfnisse zu wecken“, sagt der verantwortliche Berater Nik Stucky. „Die Gesellschaft ist eben technologiegetrieben.“ Starken Marken verziehen die Verbraucher auch Mängel wie jene beim neuen iPhone. Im Fall von Google sieht Stucky die Entwicklung jedoch kritisch. „Das Unternehmen hat Probleme, sein altruistisches Image aufrechtzuerhalten“, sagt er mit Verweis auf die Diskussionen rund um den Dienst „Street View“.

          Amerika hat an Bedeutung verloren

          Toyota verzeichnete nach den Meldungen über klemmende Pedale einen Rückgang des Markenwertes um 16 Prozent, BP verschwand nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ganz von der Liste. „Diese Marken standen für Sicherheit und Nachhaltigkeit – und wurden in ihrem Kern getroffen“, erklärt Stucky.

          Namen aus dem Bankensektor gewannen dagegen wieder an Wert, nachdem sie in der Studie im vergangenen Jahr zu den größten Verlierern gezählt hatten. JP Morgan legte um 29 Prozent zu, die Allianz um 28 Prozent und Visa um 26 Prozent. „Das Vertrauen der Menschen ist wieder da“, sagt Stucky. Im Fall von JP Morgan verweist Interbrand zudem auf eine erfolgreiche Kooperation mit dem Sozialnetzwerk von Facebook, über das die Bank unter Studenten für ihre Kreditkarte geworben habe.

          Zur wertvollsten Marke kürte Interbrand abermals Coca-Cola mit inzwischen mehr als 70 Milliarden Dollar. Beste deutsche Marke in der Liste ist Mercedes-Benz auf Rang 12, gefolgt von BMW auf Rang 15. Amerika stellt zwar noch rund die Hälfte aller Marken in der Rangliste, hat jedoch über die Jahre an Bedeutung verloren. Zweitwichtigste Nation ist derzeit Deutschland mit zehn Marken, gefolgt von Frankreich mit neun Namen. Die asiatischen Namen kommen aus Japan und Südkorea. Eine Marke aus China findet sich in den „Best Global Brands 2010“ noch nicht. Stucky rechnet jedoch damit, dass sich das bald ändert.

          Stichtag für die Erhebung war der 30. Juni. Nach der Interbrand-Methode stellt der Markenwert den Gegenwert der künftig zu erwartenden Erträge dar, die auf eine Marke zurückzuführen sind. In die Studie fließen Kennzahlen wie Umsatz und Gewinn ein, ebenso Untersuchungen zu der Frage, welchen Einfluss eine Marke in den Kaufentscheidungen der Verbraucher spielt. Die Methode ist in der Fachwelt anerkannt – sie ist aber nicht die einzige. Im Frühjahr kürte die Beratungsgesellschaft Millward Brown Google mit mehr als 114 Milliarden Dollar zur wertvollsten Marke. Fachleute halten weniger den absoluten Wert einer Marke für bedeutend, sondern vielmehr die Veränderungen innerhalb einer Methode im Zeitverlauf.

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