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Mark Zuckerberg : Der Chef und seine Widersacherin

Es werde ein „falsches Bild“ vom Unternehmen gezeichnet, sagt Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Bild: dpa

Whistleblowerin Frances Haugen wurde bei ihrem Auftritt vor dem Kongress als Heldin gefeiert. Jetzt kommt der Facebook-Chef aus der Deckung: Facebooks wahrer Einfluss auf die Welt sei guter Natur.

          3 Min.

          Am vergangenen Sonntag hatte Facebook allen Anlass, alarmiert zu sein. Im amerikanischen Fernsehen stand ein mit Spannung erwarteter Auftritt einer früheren Mitarbeiterin auf dem Programm, die den Internetgiganten in seine jüngste Krise gestürzt hatte. Sie hat Medien, Politikern und Regulierern Tausende von Dokumenten mit internen Forschungsergebnissen zugespielt, die den Eindruck vermittelten, Facebook wisse viel über die mit seinen Plattformen verbundenen Gefahren, unternehme aber wenig dagegen. Kommunikationschef Nick Clegg war von der bevorstehenden Fernsehsendung offenbar so beunruhigt, dass er eine lange Mitteilung an die Belegschaft schrieb, in der er absehbare Aussagen der Whistleblowerin als irreführend beschrieb.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Dagegen zeigte sich Mitgründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg demonstrativ unbekümmert. Er veröffentlichte auf seinem Facebook-Profil ein Video von einem Segeltrip mit seiner Frau und Freunden, aufgenommen mit der neuen Computerbrille des Unternehmens. Es wirkte wie ein ausgestreckter Mittelfinger, und es sollte ihn sehr schnell einholen. Als Frances Haugen, die Whistleblowerin, am Dienstag vor dem amerikanischen Senat aussagte, gab es mehrere Seitenhiebe von Politikern auf Zuckerberg, die Bezug auf das Video nahmen. Senator Richard Blumenthal zum Beispiel sagte: „Mark Zuckerberg sollte heute in den Spiegel sehen. Aber anstatt Verantwortung zu übernehmen und Führungsstärke zu zeigen, geht er segeln.“

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