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Mannesmann-Prozeß : Ackermann beteuert seine Unschuld

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Versuchte seine Unschuld darzulegen: Josef Ackermann Bild: ddp

Im zweiten Mannesmann-Prozeß hat sich Josef Ackermann erstmals zur Sache geäußert. Er verteidigte die Millionenzahlung an frühere Manager des Düsseldorfer Konzerns. Auch Klaus Esser beteuerte seine Unschuld.

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          Im Mannesmann-Prozeß hat Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann seine Unschuld beteuert und die Millionenzahlung an frühere Manager des Düsseldorfer Konzerns verteidigt. Falls nur die kleinsten Anhaltspunkte für Rechtsverstöße zu erkennen gewesen wären, „dann hätte ich nicht so entschieden, zumal ich keine eigenen Interessen hatte“, sagte der 58-Jährige am Donnerstag vor dem Landgericht Düsseldorf.

          Es sei darum gegangen, mit den Prämien eine reibungslose Integration von Mannesmann in den künftigen Eigentümer Vodafone zu gewährleisten. „Den geschaffenen Wert wollte ich erhalten, es ging mir um die Stabilisierung der Gegenwart im Interesse der Zukunft“, sagte Ackermann.

          Ackermann: Drei Millionen Euro an Funk gerechtfertigt

          Mit Blick auf die Zahlung an den damaligen Aufsichtsratschef Joachim Funk räumte er ein, die Prämie für diesen sei auch ein Signal des neuen Eigentümers gewesen, der nach dem monatelangen Übernahmekampf nun ein Signal der Versöhnung habe geben wollen.

          Der Deutsche-Bank-Chef räumte ein, es sei „nicht richtig“ gewesen, daß Funk zunächst selbst über seine Prämie mit entschieden habe, wodurch sie vor diesem Hintergrund nun „in einem schiefen Licht“ erscheine. Dennoch seien die drei Millionen Euro für Funk gerechtfertigt gewesen.

          Esser weist Vorwurf der Beihilfe zur Untreue zurück

          Der frühere Konzernchef Klaus Esser hat den Vorwurf der Beihilfe zur Untreue zurückgewiesen. „Eine Bereitschaft von mir, bei einer Straftat zu helfen, gab es nicht“, sagte der Manager am Donnerstag vor dem Landgericht Düsseldorf. Bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone war Esser mit einer Sonderprämie von rund 15 Millionen Euro bedacht worden. „Ich habe diese Prämie an mich nicht erbeten“, sagte er.

          Außerdem sei es unwahr, daß er den Aufsichtsrat aufgefordert habe, ihm diese Summe zu zahlen. Er sei damals davon ausgegangen, daß die Bonusentscheidung im Ermessensspielraum des Kontrollgremiums gelegen habe. Sie sei eine Anerkennung für die Wertsteigerung des Unternehmens gewesen.

          Ackermann hatte zuvor ausgesagt, im Fall Esser sei ausschlaggebend gewesen, daß er auch künftig zum Erfolg des Unternehmens beitragen wollte - vor allem in der sechsmonatigen Integrationsphase.

          Prozeß in der zweiten Runde

          Der neu aufgelegte Mannesmann-Prozeß ist am Donnerstag in in den zweiten Verhandlungstag gestartet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und fünf weiteren Angeklagten schwere Untreue vor. Ackermann, der als Ex- Aufsichtsratsmitglied von Mannesmann nach der Übernahme durch den Mobilfunkkonzern Vodafone im Jahr 2000 die Zahlungen von rund 58 Millionen Euro an ehemalige Vorstände und Pensionäre genehmigt hatte, will im Fall einer Verurteilung zurückzutreten.

          Die Neuauflage des Verfahrens war notwendig geworden, weil der Bundesgerichtshof (BGH) die Freisprüche aus dem ersten Mannesmann-Prozeß aufgehoben und das Verfahren an das Landgericht Düsseldorf zurückverwiesen hatte. Zum Prozeßauftakt in der vergangenen Woche hatten der einstige
          Mannesmann-Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Funk und der ehemalige IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel die Vorwürfe abermals bestritten.

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