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Manipulation beim Autopreis : ADAC-Pressechef tritt zurück

  • Aktualisiert am

In Erklärungsnot: der ADAC, Deutschlands größter Verein Bild: dpa

Erst hat der ADAC alle Vorwürfe über gefälschte Zahlen beim Autopreis „Gelber Engel“ scharf zurückgewiesen. Doch nun hat Pressechef Ramstetter den Betrug eingeräumt und sein Amt niedergelegt.

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          Eklat beim ADAC: Nach Manipulationsvorwürfen beim Autopreis „Gelber Engel“ hat der Kommunikationschef des ADAC und Chefredakteur der Mitgliederzeitschrift „Motorwelt“, Michael Ramstetter, sein Amt und sämtliche andere Funktionen bei dem Autoclub niedergelegt. ADAC-Sprecher Christian Garrels bestätigte am frühen Sonntagmorgen einen entsprechenden Bericht der „Bild am Sonntag“. Er kündigte für den Sonntagvormittag eine ausführliche Erklärung des Automobilclubs an.

          Dem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge hat es bei der diesjährigen Verleihung der ADAC-Autopreise tatsächlich schwerwiegende Manipulationen gegeben. Ramstetter habe bei Gesprächen mit der ADAC-Führung am Freitag eingeräumt, gefälschte Stimmenzahlen bei der Leserwahl des VW Golf zum „Lieblingsauto der Deutschen“ veröffentlicht zu haben. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte vor wenigen Tagen als erstes Medium über Mauscheleien beim ADAC-Preis „Gelber Engel“ berichtet.

          Hat gefälschte Stimmenzahlen veröffentlicht: Ex-Motorwelt-Chefredakteur Michael Ramstetter

          ADAC will Preisvergabe ändern

          Ramstetter habe seinen persönlichen Fehler zugegeben und für sein Fehlverhalten um Entschuldigung gebeten, hieß es weiter im Bericht der „Bild am Sonntag“. Er bedauere, der Glaubwürdigkeit des ADAC Schaden zugefügt zu haben. Die ADAC-Spitze hat dem Bericht zufolge eine interne Prüfung der Preisvergabe auch für die vergangenen Jahren angeordnet. Im kommenden Jahr solle der Leserpreis in einem notariell beaufsichtigten Verfahren vergeben werden, wie auch die Zeitung „Euro am Sonntag“ in einem Medien-Info vorab berichtet hatte.

          Umstrittene Ehrung: VW-Chef Martin Winterkorn bei der Preisverleihung „Gelber Engel 2014“. Der Golf erhielt die Auszeichung als „Lieblingsauto“.

          Dem ADAC - mit rund 19 Millionen Mitgliedern größter Autoclub in Europa und größter Verein in Deutschland - droht nun eine massive Vertrauenskrise. Denn nach dem ersten Bericht zu möglichen Manipulationen hatte ADAC-Geschäftsführer Karl Obermair am vergangenen Donnerstag bei der offiziellen Feier zur Auszeichnung des VW Golf mit dem „Gelben Engel“ vor den geladenen Gästen noch von „Unterstellungen und Unwahrheiten“ gesprochen. Obermair hatte sogar gespottet, immerhin seien die vier Buchstaben des ADAC richtig abgedruckt worden. Offen ist, ob nun auch Obermair seinen Hut nehmen muss.

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