https://www.faz.net/-gqe-9tspm

Fußball-Beteiligung : Rekordpreis für Manchester City

Gehört zum Starensemble der Mannschaft: Leroy Sané Bild: AFP

Ein Private-Equity-Fonds aus dem Silicon Valley erwirbt 10 Prozent an der City-Holding – und bewertet den Klub mit 4,8 Milliarden Dollar.

          2 Min.

          In der Champions League läuft es für den amtierenden Fußballmeister Englands gut. Einzig in der Premier League erfüllt der dritte Tabellenplatz nicht die Ansprüche des Titelverteidigers Manchester City. Dafür darf sich der Mehrheitseigentümer City Football Group, hinter der das arabische Emirat Abu Dhabi steht, über einen anderen Rekord freuen: „ManCity“, so wird der Klub unter Fußballfans kurz und knapp genannt, ist der teuerste Sportverein der Welt, zumindest auf Basis tatsächlich gezahlter Preise.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Denn an der City Football Group hat sich nun die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Silver Lake mit rund 10 Prozent für 500 Millionen Dollar beteiligt. Demnach wird die Holding von Manchester City insgesamt mit 4,8 Milliarden Dollar bewertet.

          Wie Silver Lake am Mittwoch mitteilte, umfasst die City Football Group (CFG) neben ManCity noch weitere Vereine: Dazu zählen New York City FC, Melbourne City FC aus Australien, Yokohama F. Marinos aus Japan, Club Atletico Torque aus Uruguay, Girona FC aus Spanien sowie Sichuan Jiuniu FC aus China.

          Teures Starensemble

          Nach Angaben des aus dem Silicon Valley stammenden Private-Equity-Fonds beschäftigt CFG insgesamt mehr als 2000 Mitarbeiter an zwölf Standorten in der ganzen Welt. Das Starensemble von Manchester City mit Spielern wie dem argentinischen Stürmer Sergio Aguero, dem deutschen Nationalspieler Leroy Sané, dem englischen Linksaußen Raheem Sterling oder dem belgischen Mittelfeldregisseur Kevin de Bruyne stellt das Prunkstück im Portfolio dar.Das Internetportal Transfermarkt.de beziffert den Wert des aktuellen Kaders auf 1,28 Milliarden Euro. Teuerster Spieler ist Sterling mit einen Marktwert von 140 Millionen Euro. Dann folgt de Bruyne mit 130 Millionen Euro.

          Mit den Erlösen aus der Beteiligung sollen internationale Wachstumsmöglichkeiten wahrgenommen sowie in die Technologie investiert werden. Keiner der bestehenden CFG-Aktionäre werde Aktien veräußern, teilte Silver Lake mit. Das bedeutet, dass die Beteiligung über eine Kapitalerhöhung erfolgt. An der CFG kontrolliert die Abu Dhabi United Group – der Beteiligungsfonds von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, dem Bruder des Staatsoberhauptes Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan – rund 77 Prozent. Ein Konsortium chinesischer Investoren rund um die Mediengruppe CMC Inc. hält 12 Prozent.

          Der Ball rollt online

          Der Chairman der CFG, Khaldoon Al Mubarak, begrüßte den neuen Anteilseigner: Silver Lake gehöre zu den führenden Technologieinvestoren in der Welt. CFG und Silver Lake glaubten an die Möglichkeiten, die sich aus dem Zusammenwachsen von Unterhaltung, Sport und Technologie eröffneten. Den Beteiligungsfonds wird im Verwaltungsrat der ManCity-Holding der leitende Partner Egon Durban vertreten.

          Er sieht CFG in einer führenden Rolle, um den Fußball in der Welt neu zu definieren. Beide wollen neue Umsatzchancen erschließen. Diese dürften sich auch auf die neuen Vermarktungsmöglichkeiten im Zuge von Internet-Spielübertragungen beziehen.

          Silver Lake ist durch seine Beteiligungen an dem chinesischen Internetkonzern Alibaba, dem Online-Telefonieanbieter Skype oder dem amerikanischen Computerhersteller Dell bekannt geworden. Derzeit verwaltet die Gesellschaft ein Vermögen von 43 Milliarden Dollar. In den vergangenen Jahren hat Silver Lake verstärkt auf die Unterhaltungsbranche gesetzt und sich an dem Kampfsportveranstalter Ultimate Fighting Championship oder der Hollywood-Talentschmiede Endeavor beteiligt.

          Wertvolle Dallas Cowboys

          Blickt man auf die wertvollsten Sportvereine der Welt, ist die amerikanische Football-Mannschaft Dallas Cowboys in der Forbes-Rangliste mit 5 Milliarden Dollar die Nummer eins. Allerdings beruhen viele Bewertungen auf Schätzungen, während sich ManCity auf eine tatsächliche Transaktion bezieht. Über der Marke von 4 Milliarden Dollar liegen das Baseball-Team New York Yankees sowie die beiden spanischen Fußball-Renommierklubs Real Madrid und FC Barcelona.

          Mit 3 Milliarden Dollar kommt der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München auf den 17. Platz. Mit einem aktuellen Börsenwert von knapp 0,9 Milliarden Dollar liegt Borussia Dortmund in dieser Rangliste deutlich hinter dem Konkurrenten aus der bayerischen Landeshauptstadt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          SPD unter neuer Führung : Auf Linkskurs

          Unter Esken und Walter-Borjans wird die SPD einen Linkskurs einschlagen, mit dem sie vor die „Agenda 2010“ zurückfällt. Damit gibt sie allerdings auch den Anspruch auf die „Mitte“ auf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.