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Spitzenverdiener unter den Dax-Vorstandsvorsitzenden: SAP-Chef Bill McDermott Bild: dpa

Managervergütung : Gehälter der Dax-Chefs deutlich gestiegen

Rund 20 Millionen bekam SAP-Chef Bill McDermott im vergangenen Jahr ausbezahlt. Auch die VW-Manager verdienen prächtig. Leise Kritik kommt von der Kanzlerin.

          Nachdem der Volkswagen-Konzern vor wenigen Tagen seinen Vergütungsbericht vorgelegt hat, räusperte sich zumindest die Kanzlerin: Sie sei „schon erstaunt“ über die hohen Zuwächse, sagte Angela Merkel mit Blick auf die Gehälter des gesamten VW-Konzernvorstands. Dessen Vergütung stieg in der Summe im vergangenen Jahr trotz des weiter schwelenden Abgasskandals von knapp 40 Millionen Euro auf mehr als 50 Millionen.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auch bei den anderen Dax-Unternehmen sind die Gehälter der Spitzenmanager im vergangenen Jahr stark gestiegen, weil auch die Gewinne deutlich zugelegt haben. Die Dax-Chefs verdienen im Schnitt knapp 7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt die Vergütungsberatung Willis-Towers-Watson. Der Anstieg liegt leicht über dem Vorjahreswert. Die Zahlen sind allerdings noch mit Vorsicht zu betrachten, weil bislang erst 22 der 30 Dax-Unternehmen ihre Vergütungsberichte für das vergangene Jahr vorgelegt haben, es fehlen unter anderem noch BMW und die Deutsche Bank.

          Mit Abstand am meisten bekam SAP-Chef Bill McDermott. Ihm wurden für das vergangene Jahr 11,3 Millionen Euro gewährt, tatsächlich ausbezahlt wurden ihm aber 19,8 Millionen, weil ein Teil seiner Vergütung aus langfristig variablen Gehaltsbestandteilen besteht, die ihm schon früher gewährt wurden, aber erst jetzt zur Auszahlung kommen. Zählt man noch den Aufwand für die Altersversorgung und andere Nebenleistungen wie Dienstwagen und Ähnliches hinzu, kommt er sogar auf mehr als 20 Millionen Euro. Einen solch hohen Wert gab es bislang noch für keinen amtierenden Dax-Vorstandschef, allerdings müssen die Unternehmen erst seit zwei Jahren die tatsächlichen Zuflüsse ausweisen.

          Weil sich schon im vergangenen Jahr Widerstand auf der Hauptversammlung geregt hatte und die SAP-Aktionäre die Vergütung nur mit einer hauchdünnen Mehrheit gebilligt hatten, sollen in diesem Jahr die Aktionäre abermals auf der Hauptversammlung am 17. Mai darüber abstimmen dürfen. Bislang sind solche Abstimmungen gesetzlich noch nicht vorgeschrieben und ihr Ergebnis ist für den Aufsichtsrat auch nicht rechtlich bindend. Das könnte sich in den kommenden Jahren ändern, weil die Bundesregierung die europäische Aktionärsrechterichtlinie bis 2019 umsetzen muss, die solche Abstimmungen regelmäßig verlangt. Bislang liegt dazu allerdings noch kein Gesetzentwurf vor.

          Ob die SAP-Aktionäre die Vergütung billigen, wird auch davon abhängen, ob mächtige Stimmrechtsberater wie ISS den Daumen heben oder senken. Sie empfehlen institutionellen Anlegern, wie sie abstimmen sollen. Ihr Einfluss ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Bislang haben sie noch keine Empfehlung für die SAP-Aktionäre abgegeben. Meist stört sie auch weniger die absolute Höhe des Gehalts als eher fehlende Transparenz oder ein Auseinanderklaffen von Gehaltsentwicklung und Unternehmensgewinn oder Aktienkurs. Die Vergütungsberatung Willis-Towers-Watson sieht insgesamt keine problematische Entwicklung in Deutschland. Spitzenmanager würden hierzulande ähnlich bezahlt wie in anderen europäischen Ländern.

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