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Verkauf des Waffenherstellers : Rätsel um Heckler & Koch gelüftet

  • -Aktualisiert am

Ein Mann testet ein Gewehr von Heckler & Koch auf einer Messe in Nürnberg. Bild: Picture-Alliance

Eine Luxemburger Finanz-Holding will Heckler & Koch übernehmen – und gleich einen wichtigen Manager absägen. Erst aber muss die Politik entscheiden.

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          Vor der Hauptversammlung von Heckler & Koch ist das Geheimnis um den ausländischen Interessenten an dem Waffenhersteller gelüftet. Es handelt sich um die in Luxemburg ansässige Finanzholding Compagnie de Développement de l’Eau (CDE), hinter der der französische Investor Nicolas Walewski steht, die Interesse an der Mehrheit an dem Traditionsunternehmen hat. Dies teilte die CDE auf Nachfrage mit. Sie hält seit 2015 eigenen Angaben zufolge 5,1 Prozent.

          In der Vergangenheit hatte der bisherige Mehrheitseigner Andreas Heeschen erklärt, er wolle die Mehrheit abgeben – an wen, war lange Zeit unklar. CDE betonte in einer Stellungnahme, dass sie einen „langfristigen Anlagehorizont“ habe und den von der Geschäftsführung eingeschlagenen Kurs fortsetzen wolle. Hinter der CDE steht der Fondsmanager Walewski mit dem Privatvermögen seiner Familie. Als Treuhänder des Vermögens ist ein französischer Anwalt mit Sitz auf Barbados tätig. Die Bundesregierung prüft, ob sie die Übernahme genehmigt. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte auf Anfrage, etwaige Prüfverfahren würden nicht kommentiert.

          Kujat soll weg

          Die CDE wurde 1998 gegründet. Zur außerordentlichen Hauptversammlung von Heckler & Koch an diesem Donnerstag hat die CDE die Abwahl des amtierenden Aufsichtsratschefs Harald Kujat beantragt. Heeschen will den früheren Bundeswehr-Generalinspekteur im Amt halten und gegen den Widerstand der CDE einen eigenen Sitz bekommen. Heeschen dürfte sich durchsetzen, weil er aktuell die Mehrheit hat. Die CDE will Kujat auch mangels Erfahrung in der Wirtschaft abwählen. Zugleich bot ihm das Unternehmen einen Beraterposten an.

          Kujat zeigte sich in einem Interview von „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ verwundert über das Vorgehen: „Wirtschaftliche Aspekte sind bei der Bundeswehr ein ganz zentraler Punkt. Da gibt es den Bundesrechnungshof und den Haushaltsausschuss im Parlament, die penibel auf die Ausgabe des Geldes achten. Dafür muss man Managementqualitäten mitbringen. Das Gleiche gilt für die Verwendung, die ich in der Nato hatte.“

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