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Verunglücktes Werbevideo : Nur der Chief Cooking Officer fehlt

Ob die Waschmaschinen auch echte Washing Power haben? Bild: www.uweaufderheide.de

Der Hausgerätehersteller BSH lässt seine Führungskräfte mit persönlichen Geständnissen werben. Die Netzwelt amüsiert sich.

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          Liebe Hausfrau, lieber Hausmann, was mögen Sie eigentlich an Ihrer Küche und den Geräten darin am meisten? Halt, Anfängerfehler. Wenn Profis fragen, sollte doch eher so formuliert werden: „Welches ist Ihre Lieblingsanwendung in Home Connect?“ Und wenn Profis antworten, sollten Sie mindestens eine seriöse dunkle Krawatte tragen, einen schwarzen Anzug, und sauber gescheitelt sein. Dann kommt auch die Antwort umso überzeugender rüber.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Meine Lieblingsapplikation in Home Connect ist die reichhaltigere Rezeptunterstützung“, berichtet Dr. Karsten Ottenberg, seines Zeichens Chief Executive Officer der BSH Hausgeräte GmbH. BSH ist der größte Hausgerätehersteller in Europa mit Marken wie Bosch, Siemens, Neff und Constructa. BSH ist also DER Küchenexperte schlechthin. Und BSH hat gerade auf Facebook ein hochinformatives Video veröffentlicht.

          Eine Minute und 24 Sekunden lang schwärmt nicht nur Dr. Ottenberg von den großartigen vernetzten Küchengeräten seines Unternehmens. Neben ihm in einem blütenweißen Büroambiente stehen seine Managerkollegen Matthias Ginthum (Chief Markets Officer), Dr. Michael Schöllhorn (Chief Operating Officer) und Johannes Nörger (Chief Financial Officer).  Der Chief Cooking Officer fehlt zwar in diesem Quartett, doch die Herren strahlen die Expertise einer ganzen Kochmannschaft aus.

          „Flashen“ mit der „Remote-Diagnostic“

          Und das, wo es eigentlich Fachleute gar nicht mehr braucht, macht der Internet-Herd heute doch alles selbst: „Schon jetzt haben wir über 1000 Rezepte darin, und die Unterstützung, die man bei der Geling-Garantie dort bekommt, ist phantastisch.“ Keine Sekunde zweifelt  der Zuschauer daran, dass Dr. Ottenberg mit dieser Geling-Garantie bestimmt schon einmal selbst eine wunderbare Tiefkühl-Pizza aus einem seiner Geräte gezaubert hat. Zumal, wie sein Kollege Ginthum versichert, „Consumer Centricity“ ganz im Fokus des Unternehmens steht. Und weil der Kunde ja Kochkönig  ist, spendiert ihm BSH für den „seltenen“ Fall der Fälle („falls der Ofen mal nicht funktionieren sollte“) eine „Remote-Diagnostic“: Die neue Elektronik werde damit „geflasht“. „Und dann haben Sie sich einen Service-Techniker zuhause als Besuch erspart.“

          Das ganze gelte natürlich auch für den Kühlschrank, freut sich Michael Schöllhorn, dessen „Lieblingsthema“ nach eigenem Bekunden Vorratsmanagement, pardon: Storage-Management, ist. Das passt für Vielflieger wie die BSH-Manager, denn im Kühlschrank ist es fast wie am Flughafen: Dinge werden „eingecheckt“ und beim Rausnehmen wieder „ausgecheckt“.  Und Finanzchef Närger freut sich, dass das alles sogar „real-time“ passieren kann , zum Beispiel im Supermarkt mit nur einem Blick auf das Handy-Display.

          Das Video hat auf Facebook schon mehr als 100.000 Aufrufe erzielt. Schließlich kommt es nicht jeden Tag vor, dass sich Führungskräfte so „ganz persönlich“ zeigen. Andere Unternehmen machen es sich da allzu einfach und setzen als Werber einfach einen Affen auf den Stuhl.

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