Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko Bild: AP
Zwischen Lukaschenkos agitatorischer Hetze läuft Werbung für deutsches Waschmittel: Das Unternehmern Henkel wirbt bisher eifrig auf den Propagandasendern des belarussischen Diktators. Doch nun deutet sich ein Rückzug an. Auch Nestlé hat auf Kritik reagiert.
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Westliche Unternehmen schalten Werbespots im belarussischen Staatsfernsehen und unterstützen damit das Schreckensregime des Diktators Alexandr Lukaschenko. So lautet der Vorwurf der deutsch-schweizerischen Nichtregierungsorganisation Libereco, die sich für den Schutz der Menschenrechte in Belarus und der Ukraine einsetzt. Nach Angaben von Libereco haben unabhängige belarussische Beobachter in der dritten Novemberwoche die Werbepausen in den drei staatlichen Fernsehsendern Belarus 1, ONT und CTV ausgewertet.
Demnach kamen sechs von zehn Werbespots von Unternehmen aus westlichen Ländern. Ganz vorne mit dabei: Henkel. Der Düsseldorfer Hersteller von Klebstoffen (Pattex), Waschmitteln (Persil) und Shampoo (Gliss Kur) habe in jener Woche in den Abendprogrammen 47 Spots geschaltet. Nur die amerikanischen Konsumgüterriesen Mars (61 Spots) und Procter & Gamble (51) waren noch aktiver. Jeder dritte Werbespot stammte den Angaben zufolge von Unternehmen aus EU-Ländern, unter denen Deutschland mit der Hälfte aller Spots den mit Abstand größten Anteil hatte. Unter den Top Ten der westlichen Unternehmen mit den meisten Werbeschaltungen finden sich noch zwei deutsche Unternehmen: Queisser Pharma aus Flensburg (Doppelherz) und Dr. Theiss Naturwaren aus Homburg (Allgäuer Latschenkiefer).
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