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Luftverkehr : Kaufen und kopieren: Wie China mit Airbus spielt

Bild: dpa

Airbus liefert 150 Jets. Doch Peking will eine Endmontage. Der Flugzeugbauer scheint bereit, sich auf das Spiel einzulassen. Denn in den kommenden Jahren locken weitere Großaufträge. Aber das Geschäft ist riskant.

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          China lockt - auch die Flugzeugindustrie. Mehrere tausend Flugzeuge dürfte der chinesische Staat in den kommenden Jahrzehnten für seine Fluglinien bestellen, sagen Studien voraus. Angesichts der ökonomischen Fragilität vieler amerikanischer Airlines und der Tatsache, daß in Europa vorwiegend Billigfluglinien als Käufer auftreten, über deren dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg sich nur spekulieren läßt, erscheint Asien im allgemeinen und China im besonderen den großen Herstellern Boeing und Airbus als ein Eldorado.

          Nicht zu Unrecht: Airbus hat vor wenigen Tagen einen Auftrag über 150 Flugzeuge auf einmal erhalten. Der tatsächliche Preis dürfte zwar deutlich unter dem Katalogpreis von knapp zehn Milliarden Dollar liegen, da die Flugzeughersteller Abschläge auf ihre offiziellen Preise akzeptieren. Aber auch so bleibt der Auftrag für Airbus hoch attraktiv, und dies in einem Land, das zur Zeit noch recht deutlich vom amerikanischen Rivalen dominiert wird. Boeing hält mehr als 60 Prozent am chinesischen Markt. Kein Wunder, daß Airbus-Chef Gustav Humbert angesichts des Auftragssegens "Stolz und Freude" empfindet.

          Transfer von Technologie - das Muster ist immer gleich

          Doch China ist sich seines großen Potentials bewußt und will seine Marktmacht konsequent ausspielen. Airbus soll deshalb nicht nur Flugzeuge aus Europa liefern, sondern die Flieger auch in China montieren.

          Airbus-Montage - bald auch in China?

          Interessant wäre die Endmontage, die lediglich fünf Prozent der Wertschöpfung im Flugzeugbau ausmacht, aus chinesischer Sicht nicht einmal so sehr aus finanziellen Gründen. Aber sie könnte mit einem Transfer von Technologie einhergehen, wie man ihn bereits in anderen Branchen, zum Beispiel in der Textilindustrie, gesehen hat.

          Das Muster ist immer gleich: China besorgt sich ausgefeilte Technologie westlicher Länder, kopiert sie und wirft Nachahmerprodukte, die wegen der niedrigen chinesischen Löhne konkurrenzlos billig sind, auf den Weltmarkt. Zu Lasten der reichen Länder, aus denen die Technologie ursprünglich stammte. Viele Unternehmen aus den Industrienationen, darunter auch deutsche, legen seit einiger Zeit sehr viel mehr Vorsicht im Umgang mit chinesischen Partnern an den Tag.

          Airbus überlegt - Boeing ist es verboten

          Konkret ist im Fall Airbus an eine Fertigung des Verkaufsrenners A320 gedacht, der je nach Modell 120 bis 180 Passagiere auf Kurz- und Mittelstrecken transportiert. Es ist zusammen mit dem noch erfolgreicheren Boeing-Konkurrenten B737 das ideale Flugzeug, um große Städte innerhalb eines Landes zu verbinden. Die Airbus-Führung will nun sechs Monate lang überlegen, ob sie eine Fertigung im Reich der Mitte aufbaut, die kaum vor dem Jahr 2008 ihren Betrieb aufnehmen könnte. Das Projekt ist, vorsichtig ausgedrückt, umstritten.

          Naive Europäer - schlau-protektionistische Amerikaner

          Christian Harbulot, Direktor an der Pariser "Schule für den Wirtschaftskrieg", beklagt, Airbus habe sich "über den Tisch ziehen" lassen. Er verweist darauf, daß die amerikanische Regierung dem Airbus-Konkurrenten Boeing ausdrücklich den Bau einer Endmontage in China verboten habe, um einen Technologietransfer zu verhindern. Der Franzose garnierte seine Kritik mit der in Paris verbreiteten Position, naive Europäer träten auch dort für ökonomischen Liberalismus ein, wo die viel schlaueren Amerikaner aus wohlerwogenen strategischen Erwägungen längst eine Mauer des Protektionismus hochgezogen hätten.

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