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Pilotenstreik dauert an : Lufthansa verliert täglich fast 15 Millionen Euro

  • Aktualisiert am

Viele Maschinen bleiben wieder am Boden. Bild: dpa

Fast 100.000 Passagiere sind an diesem Mittwoch wieder vom Lufthansa-Streik betroffen. Das Unternehmen trifft der Arbeitskampf hart. Und nun mischt sich auch die EU-Kommission ein.

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          Die Piloten bei der Lufthansa setzen ihren Streik an diesem Mittwoch fort. „Von den 890 gestrichenen Flügen sind rund 98.000 Passagiere betroffen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens am frühen Morgen. Ein Sonderflugplan solle die Folgen des Arbeitskampfs bei Deutschlands größter Fluggesellschaft mildern. Die Flieger der Töchter Eurowings und Germanwings heben wie geplant ab.

          Zu den aktuellen Fluginformationen der Lufthansa

          Weitere Streiks seien mit einem Vorlauf von 24 Stunden jederzeit möglich, warnte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Der Dauerkonflikt dreht sich vor allem ums Geld. Lufthansa und Cockpit streiten schon seit Jahren um die Gehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings.

          Lufthansa : Wenig Verständnis für Dauerstreik der Piloten

          Weniger Buchungen durch Streik

          Wegen des weiter andauernden Pilotenstreiks buchten zuletzt offenbar deutlich weniger Menschen Flüge bei der Lufthansa. Die Kapazitätsauslastung bei den trotz des Streiks durchgeführten Langstreckenflügen sei erheblich gesunken, berichtet die „Bild“-Zeitung mit Bezug auf ein Schreiben der Pilotenvereinigung Cockpit an die eigenen Mitglieder. Die Auslastung liege teilweise bei weniger als zehn Prozent. Zudem gebe es laut dem Schreiben Rückmeldungen aus dem Lufthansa-Management, wonach die Buchungsrückgänge „deutlich spürbar sind“.

          Dem Unternehmen entstehen dem Zeitungsbericht zufolge durch den Streik mittlerweile Kosten in Höhe von rund 15 Millionen Euro täglich. Der vergangene Woche begonnene Ausstand habe damit schon Kosten von rund 75 Millionen Euro verursacht. Aus Cockpit-Kreisen habe es außerdem Hinweise gegeben, dass der Streik bei der Lufthansa im Dezember enden könnte. Dafür könnten die Piloten bei Germanwings in den Ausstand treten.

          Unterdessen hat die EU-Kommission die Lufthansa zu einer raschen Einigung aufgerufen und vor negativen Folgen für die europäische Wirtschaft gewarnt. „Das Recht zu streiken ist ein Grundrecht der Arbeitnehmer in der Europäischen Union. Daran gibt es keinen Zweifel“, sagte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc der Zeitung „Die Welt“. Sie appellierte aber zugleich an alle Beteiligten, sich dabei „konstruktiv zu verhalten“ und einen Lösungsweg zu finden. Bulc warnte vor hohen Kosten für die Wirtschaft. „Die Akteure im Luftfahrtsektor sind so eng miteinander verwoben, dass das Verhalten einzelner nationaler Interessengruppen erhebliche Kosten für alle Beteiligten in Europa verursachen kann“, sagte die Verkehrskommissarin. „Das kann so nicht weiter gehen, wir müssen da gemeinsam an einer Lösung arbeiten.“

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