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Kairo-Flugstopp von Lufthansa : Ägyptische Luftfahrtbehörde spricht von politischer Motivation

  • Aktualisiert am

Passagierflugzeuge der Lufthansa stehen an ihren Gates am Terminal 1 des Flughafens. Bild: dpa

Zu den Hintergründen des kurzzeitigen Kairo-Flugstopps äußert sich die Lufthansa nicht. Nun starten die Flieger wieder dorthin. Doch British Airways hält sich weiter zurück – und die Ägypter sind sauer.

          Nach eintägiger Unterbrechung hat die Lufthansa ihren Flugbetrieb nach Kairo wieder aufgenommen. Am Sonntag startete mit etwa zwei Stunden Verspätung eine Maschine aus Frankfurt in Richtung ägyptischer Hauptstadt; für Sonntagabend und Montag waren weitere Flüge geplant. Die Airline hatte ihre Flüge nach Kairo am Samstag ohne nähere Angaben aus Sicherheitsbedenken gestrichen. Die Fluggesellschaft British Airways hat ihre Flüge nach Kairo sogar für mindestens sieben Tage ausgesetzt. 

          „Da die Sicherheit für Lufthansa stets oberste Priorität hat, hat die Fluggesellschaft aufgrund einer unklaren Sicherheitslage in Kairo vorsorglich am 20.07.2019 ihre Flüge nach Kairo gestrichen. Am 21.07.2019 wurde der reguläre Flugbetrieb wieder aufgenommen“, teilte die Lufthansa auf Anfrage der F.A.Z. am Sonntag mit. Zu weiteren Details über die Gründe des Flug-Stopps schweigt sich das Unternehmen bislang aus.

          Großbritannien: Erhöhte Terrorismusgefahr im Luftverkehr 

          Die Ankündigungen bedeuten einen Dämpfer für die Tourismusbranche Ägyptens, die sich nach jahrelanger Flaute langsam wieder erholt. Wegen der politischen Umwälzungen im Land hatten viele Besucher das auch bei Deutschen eigentlich beliebte Reiseziel gemieden. Zudem kommt es im Norden der Sinai-Halbinsel immer wieder zu Terroranschlägen und Entführungen.

          Der Vorsitzende der ägyptischen Luftfahrtbehörde kritisierte die Entscheidung beider Fluggesellschaften als politisch motiviert. „Alle ägyptischen Flughäfen sind gut gesichert. Die Sicherheit dort übersteigt die normalen Vorschriften“, sagte Sami al-Hifnawi einem Ableger des saudischen TV-Senders MBC. „Immer dann, wenn Ägypten sich erholt, kommt es zu einer künstlich herbeigeführten Krise.“

          Das britische Außenministerium weist in seinen Reisewarnungen für Ägypten auch auf eine erhöhte Terrorismusgefahr im Luftverkehr hin. Das Auswärtige Amt warnt für Ägypten lediglich vor Reisen in den Nordsinai, in das ägyptisch-israelische Grenzgebiet (mit Ausnahme von Taba) und entlegene Gebiete der Sahara.

          Im Oktober 2015 war es in Ägypten zu einem schweren Terroranschlag auf einen russisches Ferienflieger gekommen. Nach der Explosion einer versteckten Bombe stürzte dieser auf dem Flug von Scharm el-Scheich nach St. Petersburg ab, alle 224 Menschen an Bord wurden getötet. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ bekannte sich zu dem Anschlag.

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