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Lufthansa-Streik : Kampf ums Profil

  • -Aktualisiert am

Junge (erfolgreiche) Spartengewerkschaften sind Verdi ein Dorn im Auge. Deswegen ist der Tarifstreit mit dem Bodenpersonal so wichtig für den Gewerkschaftsriesen.

          Ohne den Konkurrenzkampf  der Gewerkschaften hätten die Passagiere an deutschen Flughäfen  nicht leiden müssen. Als „Warnstreik“ hatte die Branchengewerkschaft Verdi ihren Ausstand am Montag deklariert. Doch gemessen an der Dauer von fast 24 Stunden und Geschäftsausfällen in zweistelliger Millionenhöhe sind die Lufthanseaten vielmehr mit einem handfesten Vollstreik konfrontiert.

          Nicht nur, dass der Ruf der größten europäischen Fluggesellschaft durch eine Serie an Streiks in jüngster Vergangenheit bereits gelitten hat. Auch verglichen mit anderen Branchen droht sich der einstige Vorzeige-Dienstleister des Landes an zu vielen Fronten  aufzureiben: Mal drohen die  Piloten, dann das Kabinenpersonal, die Vorfeldmitarbeiter oder womöglich auch die Werks-Feuerwehr mit Streikaktionen.

          Sie alle werden dabei meist erfolgreich von einer eigenen Spartengewerkschaft vertreten. Verdi sind die Erfolge dieser jungen Rivalen ein Dorn im Auge. Die aktuellen Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag für das Bodenpersonal der Lufthansa bieten daher die ideale Bühne, um bei ihrer Klientel Boden gut zu machen oder sogar Sympathien zurückzugewinnen. Und für diese Form der Profilierung  scheint der Verdi-Spitze nahezu jedes Mittel recht.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

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