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Personalnot : Lufthansa streicht weitere 2200 Flüge in Hauptferienzeit

  • Aktualisiert am

Personalnot: Viele der Lufthansa-Maschinen müssen während des Sommers am Boden bleiben. Bild: dpa

Vor allem an den Hauptdrehkreuzen Frankfurt und München soll es zu Ausfällen kommen. Betroffen seien vorwiegend innerdeutsche und innereuropäische Verbindungen. Klassische Urlaubsziele dagegen seien ausgenommen.

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          Die Lufthansa streicht wegen Personalnot weitere 2200 Flüge in der Hauptferienzeit. Der Konzern werde 2200 von 80.000 Flügen an den Drehkreuzen in Frankfurt am Main und in München „aus dem System nehmen“, ferner könne es zu Zeitenänderungen bei den Flügen kommen, teilte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag mit und bestätigte damit einen Bericht der „Bild“-Zeitung.

          Die Streichungen betreffen nach Angaben des Sprechers insbesondere innerdeutsche und innereuropäische Flüge, aber nicht die in der Ferienzeit gut ausgelasteten klassischen Urlaubsziele.

          Lufthansa und die Tochter Eurowings hatten bereits Anfang Juni mitgeteilt, dass sie wegen Personalnot mehr als 1000 Flüge im Juli streichen, und zwar an Freitagen, Samstagen und Sonntagen. Jetzt kommen auch Flüge unter der Woche dazu. „Streiks der Flugsicherheit, Wetterereignisse und insbesondere eine erhöhte Corona-Krankenquote haben das System nun zusätzlich belastet“, erklärte der Lufthansa-Sprecher am Donnerstag. In den vergangenen Tagen sei es zu kurzfristigen Krankmeldungen gekommen.

          Fluggäste werden bei Stornierungen umgehend informiert und nach Möglichkeit auf passende andere Lufthansa-Flüge umgebucht, wie der Sprecher ankündigte. Alternativ könnten Passagiere innerdeutsche Strecken mit der Bahn zurücklegen. „Gestrichen werden also vor allem Flüge, bei denen unseren Fluggästen eine entsprechende Reisealternative per Flug oder mit der Bahn angeboten werden kann.“

          Lufthansa habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und bedauere die Streichungen sowie die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für Gäste, betonte der Sprecher. Die „Flugplankonsolidierung“ sei aber eine unvermeidbare Maßnahme, mit der die Airline insgesamt für größere Stabilität des Flugplans über den gesamten Sommer hinweg sorgen wolle. Damit solle insbesondere einer Überbelastung der Prozeduren am Boden in Spitzenzeiten vorgebeugt werden, erläuterte der Sprecher.

          In der Ferienzeit sollten Fluggäste rechtzeitig zum Flughafen kommen und digitale Angebote wie den Online-Check-In und den Check-In am Vorabend nutzen, riet die Lufthansa. Auch solle das Handgepäck auf das Nötigste reduziert werden, um lange Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen zu vermeiden.

          Der Luftverkehr hat mit Personalmangel in der Hochsaison zu kämpfen, vor allem bei Bodendiensten, zum Teil aber auch bei Flugbegleitern.

          Streiks in Belgien

          Derweil sind aktuell wegen Streiks bei den Fluggesellschaften Ryanair und Brussels Airlines Zehntausende Fluggäste von Einschränkungen betroffen. Allein bei Brussels Airlines werden mehr als 300 Flüge gestrichen, wie aus Angaben der Fluggesellschaft hervorgeht. Davon seien voraussichtlich 40.000 Menschen betroffen. Sowohl Kabinenpersonal als auch Piloten legen von Donnerstag bis Samstag die Arbeit nieder.

          Die Beschäftigten der Lufthansa-Tochter kritisieren unter anderem die hohe Arbeitsbelastung. Von Freitag bis Sonntag kommt dann noch ein Arbeitskampf von Mitarbeitern der irischen Billigairline Ryanair hinzu.

          Laut Belga fallen wegen des Streiks am Freitag und Samstag wohl 80 Ryanair-Verbindungen am Flughafen Charleroi in der belgischen Hauptstadt aus. Unklar war zunächst, wie viele Flüge am Sonntag ausfallen könnten. Die Ryanair-Mitarbeiter fordern unter anderem die Einhaltung der belgischen Mindestlohn-Regeln für das Kabinenpersonal.

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