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Corona-Turbulenzen : Lufthansa schließt den Sommer mit 1,3 Milliarden Euro Verlust ab

Die Heckflossen abgestellter Lufthansa-Flugzeuge auf dem Frankfurter Flughafen Bild: EPA

27.000 Stellen will die Lufthansa abbauen. Wer sich den Verlust der von der Pandemie gebeutelten Fluggesellschaft ansieht, weiß warum.

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          Die Deutsche Lufthansa stellt sich nach einem Milliardenverlust im normalerweise lukrativen Sommer auf einen harten Jahresschluss ein. Für das vierte Quartal plant der Konzern, nur ein Viertel seiner ursprünglichen Kapazität anzubieten, wie die Fluggesellschaft am Dienstag mitteilte.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Steigende Corona-Zahlen in vielen Ländern und neue Reisebeschränkungen hatten den erst wenige Monate alten Plan zunichte gemacht, bis zum Jahresende wieder 50 bis 55 Prozent des Normalangebots aufzulegen. Im Sommerquartal, in dem ab Mitte August Reisewarnungen den zwischenzeitlich belebten Urlauberverkehr wieder bremsten, machte der Konzern laut vorläufigen Zahlen einen bereinigten operativen Verlust von fast 1,3 Milliarden Euro. Das waren 417 Millionen Euro weniger als im zweiten Quartal, in dem aber auch ein größerer Teil der Flotte stillstand.

          Zu dem Minus trug wesentlich bei, dass Lufthansa an Kunden wegen ausgefallener Flüge rund zwei Milliarden Euro zurückzahlen musste. Nach neun Monaten summiert sich das operative Minus nun auf knapp 4,2 Milliarden Euro. Man sei „in der Lage, auch weiteren Belastungen der Corona-Pandemie standzuhalten“, beteuerte das Unternehmen. Das beruhigte die Anleger: Der Kurs der Lufthansa-Aktie stieg um rund 4 Prozent. 

          Von der zur Jahresmitte gewährten Staatshilfe von 9 Milliarden Euro stehen nach Konzernangaben noch 6,3 Milliarden Euro zur Verfügung. Insgesamt verfügte Lufthansa zum 30. September über 10,1 Milliarden Euro liquide Mittel, 1,7 Milliarden Euro weniger als drei Monate zuvor. Die Nettokreditverschuldung stieg auf knapp 9 Milliarden Euro. Mit dem stark gekürzten Flugplan will man sicherstellen, dass der reine Flugbetrieb den Kassenbestand nicht schmälert. Gleichzeitig arbeite der Konzern an „Restrukturierungsmaßnahmen in allen Geschäftsbereichen“. Lufthansa will rund 27.000 Stellen streichen.

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