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Indien : Lufthansa-Partner Jet Airways stemmt sich gegen die Pleite

Jet Airways ist in der Krise. Bild: Reuters

Banken und die arabische Linie Etihad sollen helfen, der indischen Fluggesellschaft Luft zu verschaffen. Löhne und Leasingraten wurden nicht bezahlt, Kredite nicht bedient.

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          Zumindest eine der chronisch notleidende indischen Fluggesellschaften sieht Licht am Ende des Tunnels: die private Jet Airways, die ein Partner der deutschen Lufthansa ist, hat seit Wochen ihre Rechnungen nicht bezahlt und Kredite nicht bedient. Auch Löhne für die Angestellten und die Gebühren für geleaste Maschinen bleibt Jet schuldig. Aufgrund ihrer Finanznot mussten die Inder Medienberichten zufolge schon acht Boeing 737 an die Leasing-Firma zurücküberstellen. Damit steht Jet Airways nicht alleine da: Der staatliche Konkurrent Air India musste seit Mitte Dezember 15 seiner 123 Maschinen stilllegen, weil er kein Geld mehr für Ersatzteile hat, berichtet die Regierung. Ein Rettungsplan ist noch genauso offen wie die Suche nach Investoren. Lufthansa hatte die krankende Fluggesellschaft einst in den weltweiten Luftfahrt-Bund Star Alliance geholt.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Derweil versuchen sich die Banken zu einigen, um Jet vor der Pleite zu retten. Die Fluggesellschaft sitzt auf fast einer halben Milliarde Dollar Kreditsumme, die sich nicht bedienen kann. Insgesamt dürften die Schulden bei rund 1,2 Milliarden Dollar liegen. Das Management bezeichnete dies als „temporary cashflow mismatch“. Beim Rettungsversuch mit an Bord ist Etihad Airways aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die eng mit Lufthansa verknüpfte Fluggesellschaft hält 24 Prozent an Jet. Für die indische Regierung hatte Staatsminister Jayant Sinha zuvor die Hilfe abgelehnt, da dies eine Aufgabe der Privatwirtschaft – allerdings einschließlich von Staatsbanken – sei.

          Die State Bank of India (SBI) stellte nun einen 900 Millionen Dollar schweren Rettungsplan für Jet vor, berichtet die Wirtschaftszeitung Mint. Kernpunkt des Plans: Der Anteil des Gründers, der indischen Luftfahrt-Legende Naresh Goyal, wird unter die derzeitige Mehrheit von 51 Prozent fallen. Dem Vernehmen nach werden die Kapitaleigner Etihad und Goyal gemeinsam frische 450 Millionen Dollar zur Rettung aufbringen. Weitere 450 Millionen Dollar werden von den Banken neu strukturiert – also zu auf längere Laufzeiten umgestellt, mit niedrigeren Zinsen bedacht oder abgeschrieben. Bis Ende März soll der Plan stehen. Bis April aber soll Jet Airways zunächst keine Schulen bedienen müssen. Manches deutet darauf hin, dass Etihad nun ihren Anteilsbesitz auf die Höchstgrenze von 49 Prozent ausbauen wird. Denn trotz der enormen Probleme, die die indischen Fluggesellschaften seit Jahren haben, bleibt der Markt mit hohen Wachstumsraten weiterhin auch für Ausländer interessant. Jet Airways selber hatte versucht, Anteile an die indische Tata-Gruppe zu verkaufen. Sie führt gemeinsam mit Singapore Airlines die indische Neugründung Vistara.

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