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Trotz teurer Spritpreise : Lufthansa meldet zweithöchsten Gewinn in der Geschichte

  • Aktualisiert am

Eine Boeing 747-8 startet vom Flughafen Tegel. Bild: dpa

Die vielen Flugausfälle im Sommer, das teure Kerosin – was ist das schon? Die Lufthansa hat so viele Passagiere geflogen wie noch nie und nach Abzug aller Kosten einen Nettogewinn von 2,2 Milliarden Euro gemacht.

          Die Lufthansa hat im vergangenen Jahr trotz hoher Treibstoffkosten und teurer Flugausfälle den zweithöchsten Gewinn ihrer Geschichte eingeflogen. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) lag mit etwa 2,8 Milliarden Euro rund vier Prozent niedriger als im Rekordjahr 2017, wie Europas größte Fluggesellschaft am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

          Doch die gestiegenen Kerosinpreise dürften im laufenden Jahr noch stärker auf das Ergebnis drücken. So dürfte der operative Gewinn trotz der Erwartung steigender Erlöse eher sinken. Lufthansa-Chef Carsten Spohr peilt für dieses Jahr daher einen operativen Gewinn in der Spanne von 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro an. Analysten rechnen bisher im Schnitt mit einem Wert auf Vorjahreshöhe, also rund 2,8 Milliarden Euro.

          Im abgelaufenen Jahr steigerte die Lufthansa ihren Umsatz um sechs Prozent auf 35,8 Milliarden Euro. Der Nettogewinn ging um acht Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Euro zurück. Die Anteilseigner sollen eine mit 80 Cent je Anteilsschein stabile Dividende erhalten.

          So viele Passagiere wie noch nie

          Bei der Lufthansa kam es im Sommer ebenso wie bei anderen Airlines in Europa zu erheblichen Störungen. Durch Personalmangel in der Flugsicherung und eigene Planungsfehler, vor allem der stark wachsenden Tochter Eurowings, kam es zu vielen Flugausfällen und Verspätungen. Die Ausgaben für Entschädigungszahlungen an Kunden oder Umbuchungen stiegen um 200 Millionen Euro auf mehr als eine halbe Milliarde Euro. Bei Eurowings, die mit der Integration von 77 Flugzeugen der pleite gegangenen Air Berlin zu kämpfen hatte, fiel ein Verlust von 231 Millionen Euro an. Die Treibstoffkosten erhöhen sich wegen des Ölpreisanstiegs im Gesamtjahr um 850 Millionen Euro auf 6,1 Milliarden Euro – mit rund einem Viertel ist Kerosin der größte Kostenblock.

          In diesem Jahr will die Lufthansa-Gruppe die Kapazitäten nicht mehr so stark ausbauen und rechnet einem Sprecher zufolge zugleich mit hohem Preisdruck in Europa, weil die Konkurrenz ihre Kapazitäten weiter hochfährt. Nach acht Prozent im vergangenen Jahr soll das Sitzplatzangebot in der Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Marken Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines gehören, um gut drei Prozent steigen.

          Eurowings soll in diesem Jahr die Wende schaffen und Gewinn machen, wie ein Sprecher erläuterte. Bei den Treibstoffkosten erwartet der Konzern einen weiteren Anstieg um 650 Millionen Euro und damit wieder weniger als zu Jahresbeginn geschätzt. Die Lufthansa behauptete im vergangenen Jahr ihre Spitzenposition als größte Airline Europas vor dem irischen Billigflieger Ryanair. Die Zahl der Passagiere erreicht mit einem Zuwachs um zehn Prozent einen neuen Rekordstand von 142,3 Millionen.

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