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Große Preisspanne : Lufthansa ermöglicht Kunden jetzt CO2-Ausgleich

Kondensstreifen über Frankfurt Bild: Kerstin Papon

Fliegen verursacht CO2-Emissionen. Doch wie hoch muss die Kompensationszahlung sein? Bei der Lufthansa kostet der Ausgleich für den gleichen Flug mal 2,50 Euro, mal 83 Euro.

          Fliegen verursacht CO2-Emissionen. Aber für welchen Geldbetrag lässt sich ein Ausgleich finden, wie hoch muss ein Kompensationszahlungen sein? Die Deutsche Lufthansa bringt nun ein Kompensationsangebot aus ihrer konzerneigenen Ideenschmiede Lufthansa Innovation Hub an die Öffentlichkeit, das mehrere Antworten liefert. Mit Compensaid bekommt der Kunde die Wahl, wie effizient er Emissionen von Lufthansa-Flügen und allen anderen Flugreisen ausgleichen will. Allerdings hat der Konzern einen Favoriten.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Inlandsflug von München nach Hamburg lässt sich für 2,50 Euro oder 83 Euro kompensieren – oder für nahezu jeden Betrag dazwischen. Mal werden Bäume in einem Wiederaufforstungsprojekt in Nicaragua gepflanzt. Das andere Mal wird emissionsarmes Substainable Aviation Fuel (SAF), eine Art Bio-Kraftstoff, als Ersatz für herkömmliches Kerosin produziert – aus Frittierfett und Industrieabfällen. „Beide Varianten sind zunächst zielführende Lösungen, die Transport nachhaltiger darstellen. Wir freuen uns entsprechend in jedem Fall, wenn Reisende diese beanspruchen“, sagt Geschäftsführer Gleb Tritus vom Lufthansa Innovation Hub.

          Nutzer haben die Wahl

          Dennoch soll bei Compensaid Kompensation nicht gleich Kompensation sein, eine Zahlung von 2,50 Euro nicht denselben Effekt wie eine Zahlung von 83 Euro suggerieren. „Der Unterschied liegt in der Zeitkomponente: SAF packt das Problem an der Wurzel, da das CO2 hier bereits in der Herstellung gebunden wird“, erklärt Tritus. Emissionen sollen durch die Nutzung von SAF im Flug um bis zu 80 Prozent sinken. Herkömmliche Waldaufforstung entfalte erst nach 20 Jahren ihre volle Kompensationsleistung. „Entsprechend verstehen wir SAF klar als den kurzfristigeren, effektiveren Schlüssel zu einer CO2-neutralen Luftfahrt“, lautet seine Präferenz.

          Die SAF-Produktion ist auch die teurere Variante. Nutzer können aber wählen, zu welchen Anteile sie durch Bäume oder durch Kraftstoff aus gebrauchtem Frittierfett ihren Flug kompensieren wollen – wodurch 2,50 Euro und 83 Euro zu Minimal- und Maximalbeträgen werden. Und damit der teure Kraftstoff nicht in irgendeinem Depot bleibt, sichert Lufthansa zu, ihn auf eigenen Flügen zu nutzen. Für die Zukunft kündigt Tritus an, weitere Kompensationswege hinzuzufügen.

          Compensaid soll eine Antwort der Lufthansa auf die Klimadebatte sein. „Fliegen hat auch negative Klimaeffekte, denen es nicht zuletzt auch aus einer digitalen Perspektive entgegenzuwirken gelte“, sagt Tritus. So soll für eine Flugdistanz und -zeit sowie den eingesetzten Flugzeugtyp ein spezieller Ausgleichswert errechnet werden.

          Die Klimadebatte hat auch andere Airlines kreativ werden. Die niederländische KLM hat im Rahmen ihrer Kampagne „Fly responsibly“ („Fliege verantwortungsbewusst“) einen Frage-Film ins Netz gestellt. „Können Sie auch mit dem Zug fahren?“ und „Müssen Sie sich immer persönlich treffen?“, lauten für Airlines ungewöhnliche Fragen.

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