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Lufthansa : Der Streik trifft jetzt auch Langstrecken-Kunden

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Erstmals müssen im Verlauf des Streiks auch Langstreckenjets am Boden bleiben Bild: AP

Erstmals seit Beginn des Lufthansa-Streiks sind auch Verbindungen nach Übersee vom Arbeitskampf betroffen. Am Mittwoch fallen voraussichtlich 78 Flüge aus, darunter vier Langstrecken. Das Unternehmen gab unterdessen für den Rest des Jahres eine verhaltene Geschäftsprognose aus.

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          Die Lufthansa muss am Mittwoch wegen des Verdi-Streiks erstmals auch Langstreckenflüge streichen. Eine Unternehmenssprecherin teilte mit, insgesamt müssten wegen des Arbeitskampfes 78 Flüge ausfallen, vier davon nach Übersee. Betroffen seien die Interkontinentalverbindungen zwischen Frankfurt und New York, Kalkutta und Calgary sowie die Strecke München-Chicago.

          Die meisten gestrichenen Flüge beträfen aber weiterhin innerdeutsche und innereuropäische Strecken, die von der Airline mehrmals täglich angeboten würden. Deshalb sollte es für die betroffenen Reisenden genügend Ausweichmöglichkeiten geben. Die ausfallenden 78 Flüge entsprechen nach Angaben der Airline gut vier Prozent der Tagesleistung der Fluggesellschaft.

          Erneut rund 5000 Mitarbeiter im Ausstand

          Die Gewerkschaft Verdi setzte ihren Ausstand derweil fort. Erneut dürften rund 5000 Beschäftigte ihre Arbeit niederlegen und zwar an allen Standorten der Lufthansa in Deutschland. Schwerpunkte der Aktionen bleiben laut Verdi Frankfurt am Main und Hamburg. Die Gewerkschaft erwartet, dass der Ausstand des Boden- und Kabinenpersonals immer größere Auswirkungen auf den Flugbetrieb der größten deutschen Airline haben wird. Am Dienstag, dem zweiten Streiktag, mussten 70 meist innerdeutsche Verbindungen gestrichen werden.

          Mit dem Streik wollen die Verdi-Mitglieder ihrer Forderung nach einer Lohnerhöhung von 9,8 Prozent Nachdruck verleihen. Die Lufthansa bietet dagegen eine zweistufige Lohnerhöhung von insgesamt 6,7 Prozent und eine Einmalzahlung. Unterdessen präsentierte die Airline ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal und veröffentlichte einen Ausblick, der angesichts des anhaltend hohen Ölpreises verhalten ausfiel.

          Gewinnsprung im ersten Halbjahr, gedämpfter Trend im zweiten

          Das Unternehmen befürchtet nach dem operativen Gewinnsprung im ersten Halbjahr für den Rest des Jahres eine nachlassenden Entwicklung im Passagiergeschäft. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung dämpfend auf die Nachfrage nach Flugreisen auswirke, hieß es im Geschäftsbericht. Bei einem anhaltend hohen Ölpreis werde das Kerngeschäftsfeld Passage sein Vorjahresergebnis verfehlen, auch wenn der Umsatz steige.

          Im ersten Halbjahr waren die Treibstoffkosten des Lufthansa-Konzerns um knapp die Hälfte auf fast 2,5 Milliarden Euro gestiegen. Dazu trug auch die Schweizer Fluggesellschaft Swiss bei, die im Vorjahreszeitraum noch nicht in die Konzernzahlen eingegangen war. Das Geschäftsfeld Passage steigerte seinen Umsatz im ersten Halbjahr auch infolge der Swiss-Konsolidierung um 28 Prozent auf knapp 8,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis wuchs um 25,5 Prozent auf 349 Millionen Euro.

          Die Frachttochter Lufthansa Cargo rechnet im Gegensatz zum Passagiergeschäft für das Gesamtjahr mit einem Umsatz- und Ergebnisplus. Im ersten Halbjahr war der Umsatz der Sparte um 8,5 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro gewachsen. Der operative Gewinn vervierfachte sich nahezu von 29 auf 114 Millionen Euro.

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