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Lufthansa : Der Pilotenausstand geht endlich zu Ende

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Bleibt nur noch heute am Boden: Die Flugzeugflotte der Lufthansa Bild: Fricke, Helmut

Der härteste Fliegerstreik in der Geschichte der Lufthansa geht zu Ende. Ab Samstag soll wieder normal geflogen werden. Doch der wirtschaftliche Schaden ist enorm.

          Der Ausstand der Lufthansa-Piloten geht zu Ende. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit soll der Streik an diesem Freitag um 23.59 Uhr enden. Am Mittag will die Lufthansa darüber informieren, wie sich der Streik ausgewirkt hat und wie die Rückkehr zu Normalbetrieb organisiert ist.

          Möglichst schnell will Deutschlands größte Fluggesellschaft den regulären Flugplan wieder aufnehmen, nur noch vereinzelt soll es Ausfälle geben. „Bei uns erwarten wir da keine Probleme“, sagte ein Sprecher am Drehkreuz in Frankfurt. Auch am Flughafen in München blickt man relativ gelassen auf den Samstag. Es gebe nur wenige Annullierungen, sagte ein Sprecher.

          Drei Tage bliebe die Lufthansa beinahe komplett am Boden. Allein an diesem Freitag fallen an deutschen Flughäfen noch einmal Hunderte Flüge aus. Insgesamt waren rund 3800 Verbindungen mit 425.000 betroffenen Fluggästen während des dreitägigen Streiks abgesagt worden. Die Lufthansa rechnet mit einem Schaden in hoher zweistelliger Millionenhöhe.

          Überraschende Umfrage

          Mit rund 190 freiwilligen Piloten inklusive rund 100 Managern mit Pilotenschein hielt die Airline rund 10 Prozent des üblichen Angebots aufrecht. Gestrandete Fluggäste gab es nach Angaben der großen Drehkreuze in München und Frankfurt aber kaum, viele Passagiere hatten sich vorab informiert. Dafür sei es deutlich ruhiger gewesen.

          Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten der Lufthansa, ihrer Tochtergesellschaft Germanwings und der Frachtabteilung Lufthansa Cargo aufgerufen, zu streiken, um ihre üppigen Übergangsrenten zu erhalten und höhere Gehälter zu bekommen. Informationen über Streikbrecher habe man nicht vorliegen, hieß es aus der Vereinigung Cockpit. Eine Annäherung der Parteien gab es in den letzten Tagen nicht.

          Unter den Deutschen hat unterdessen die Mehrheit überraschenderweise Verständnis für den Ausstand der Flugzeugführer. Nach dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend gaben 55 Prozent der Befragten an, dass sie die Arbeitsniederlegungen der Piloten zumindest generell akzeptierten. 42 Prozent hatten dagegen demnach kein Verständnis dafür, dass die Flugkapitäne wegen der von Lufthansa aufgekündigten Übergangsrenten die Arbeit niederlegen.

          Die Zustimmung zu dem Streik der Flugbegleiter im Jahr 2012 war mit 75 Prozent allerdings deutlich größer. Befragt wurden 1000 wahlberechtigte Bundesbürger ab 18 Jahren vom 1. bis 2. April in Telefoninterview.

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