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Lufthansa-Chef im Interview : „Wir müssen 33.000 Flüge streichen“

Carsten Spohr, 55, ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa. Bild: Lucas Bäuml

Wieder wird die Lufthansa von der Corona-Pandemie getroffen. Carsten Spohr, Chef der Fluggesellschaft, über neue Rückschläge durch die Pandemie, Impfpflicht für Fluggäste und seinen Stolz.

          7 Min.

          Herr Spohr, die Virusvariante Omi­kron macht alle nervös. Das Robert-Koch-Institut rät von nicht notwendigen Reisen ab. Ist der zarte Aufschwung in Ihrer Branche vorbei?

          Maja Brankovic
          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Dyrk Scherff
          Redakteur im Ressort „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im Herbst waren wir noch positiv überrascht, wie gut unser Geschäft wieder angelaufen ist. Ab Mitte Januar bis Februar sehen wir aber in der Tat einen scharfen Abriss in den Buchungen. Im Winterflugplan müssen wir daher im Konzern 33.000 Flüge oder rund 10 Prozent streichen. Aufgrund der schwachen Nachfrage im Januar hätten wir sogar noch deutlich mehr Flüge reduziert. Aber wir müssen im Winter 18.000 zusätzliche, unnötige Flüge durchführen, nur um unsere Start-und-Lande-Rechte zu sichern. Während man dafür in fast allen anderen Teilen der Welt klimaschonende Ausnahmeregelungen in der Zeit der Pandemiegefunden hat, erlaubt das die EU nicht in gleicher Weise. Das schadet dem Klima und ist exakt das Gegenteil von dem, was die EU-Kommission mit ihrem Programm „Fit for 55“ erreichen will.

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