https://www.faz.net/-gqe-nwpq

Luftfracht : Lufthansa Cargo spürt keine Konjunkturbelebung

  • Aktualisiert am

Der Marktführer im internationalen Linienluftfrachtgeschäft, Lufthansa Cargo AG, erwartet für dieses Jahr keine nachhaltige wirtschaftliche Belebung. Die Luftfracht gilt allgemein als konjunktureller Frühindikator.

          2 Min.

          Der Marktführer im internationalen Linienluftfrachtgeschäft, Lufthansa Cargo AG, erwartet für dieses Jahr keine nachhaltige wirtschaftliche Belebung. Die Luftfracht gilt allgemein als konjunktureller Frühindikator, gemäß der Faustregel, daß die Frachtmenge doppelt so schnell zunimmt wie die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Jean-Peter Jansen, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Cargo AG, sagte, bei der Frachtmenge sehe er eine Stabilisierung des Vorjahresniveaus voraus, das 1,6 Millionen Tonnen entspricht. Zwar geben verschiedene Kennzahlen einen Hinweis darauf, daß eine Belebung einsetze, doch dies sei im vergangenen Jahr zum gleichen Zeitraum ebenso gewesen. Damals hätten sich die Erwartungen nicht erfüllt, weshalb er nun skeptisch bleibe. Erst im kommenden Jahr rechnet Jansen mit einer spürbaren wirtschaftlichen Belebung.

          Dabei ist die Luftfracht im Gegensatz zum Passagierverkehr von den Auswirkungen der Lungenkrankheit Sars nicht so betroffen gewesen. Auf vielen Asien-Routen habe es zwar leichte Rückgänge gegeben, die aber auf den Routen nach Peking und Schanghai und Hongkong weit geringer ausgefallen seien als in der Passage. Asien ist eines der Hauptstandbeine der Cargo AG mit einem Anteil am Gesamtgeschäft von 45 Prozent. Allein die Koppelung oder Orientierung asiatischer Währungen wie des Hongkong-Dollars oder der indischen Rupie an den Dollar verursacht durch die Euro-Dollar-Parität einen Druck auf Erlöse und Kosten. Bei beiden Währungen liegt der Wechselkurs über dem vom Januar 1999, als es keine konjunkturellen Belastungen gab. Bei der Tonnageentwicklung der ersten fünf Monate des laufenden Jahres ist jedoch ein Rückgang gegenüber den Vergleichsmonaten der beiden Vorjahre festzustellen, wobei sich der Abstand gegenüber den Vorjahren im April und Mai merklich verringert hat.

          Mehr Lastwagenverkehr

          Die neu aufgeflammte Diskussion über die Rolle des Flughafens Hahn als möglichen Ausweichflugplatz für Frankfurt, der Hauptdrehscheibe für Luftfracht in Europa, hat Jansen um ein interessantes Szenario bereichert. In einer internen Überlegung, die nicht mit dem geplanten Nachtflugverbot nach dem Ausbau des Frankfurter Flughafens in Verbindung steht, wurde die Verlegung der Frachtjumbos (B 747-200) nach Hahn durchgespielt. In Frankfurt fielen dann 2010 acht Frachterbewegungen weg, die in Hahn stattfänden. Hinzu kämen 1,5 Positionierungsflüge für Wartung und ähnliches. Da aber Luftfracht durch die Zu- und Abfuhr von Gütern mittels Lastwagen eng mit dem Straßenverkehr verbunden ist, ergibt sich eine deutliche Belastung der Straße.

          Rund 26000 zusätzliche Fahrten (oder 3,17 Millionen Kilometer) würde allein die Verlegung der acht Frachtmaschinen nach Hahn bedeuten. Das betrifft allein die Verbindungsfahrten zwischen den beiden Flughäfen. Zusätzlich entstünde durch die Einbindung von Hahn ein erhöhter Kilometeraufwand von 1,56 Millionen Kilometern, weil das Lastenwagennetz der Cargo und ihrer zuliefernden Speditionen nun auch aus anderen Orten den Flughafen im Hunsrück bedienen müßten. Für Jansen heißt dies: Die Anzahl der Flüge bleibt gleich, es entsteht mehr Lärm und höhere Schadstoffemission durch den Lastwagenverkehr. (noa.)

          Weitere Themen

          Exportstopp für Waffen trifft Türkei kaum

          Einsatz in Syrien : Exportstopp für Waffen trifft Türkei kaum

          Im Zuge der politischen Spannungen rücken die westlichen Ausrüster der türkischen Armee in den Fokus. Deutschland hatte schon 2018 kaum noch Rüstungsexporte in das Land genehmigt.

          Topmeldungen

          Präsident Erdogan erklärt sich gegenüber Journalisten.

          Krieg in Syrien : VW stellt Werk in der Türkei in Frage

          Eigentlich war die Sache in trockenen Tüchern, nahe Izmir wollte VW sein erstes türkisches Pkw-Werk errichten. Doch weil Erdogans Truppen in Nordsyrien einmarschiert sind und dort die Kurden bekämpfen, wachsen die Zweifel an der Standortentscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.