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Luftfahrtshow in Singapur : Die Flugzeugbranche macht sich selbst Mut

Große Ausstellungsstücke: Frachtflieger von Airbus Bild: AP

An diesem Dienstag eröffnet die Luftfahrtmesse „Singapore Airshow“ - unter schwierigen Vorzeichen. Eine echte Erholung der gebeutelten Branche ist frühestens 2013 in Sicht. Der Aufschwung in Asien, dem inzwischen größten Luftfahrtmarkt der Welt, spielt die entscheidende Rolle.

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          Die Luftfahrtbranche setzt mehr denn je auf Asien. Das Wachstum dort soll Flugzeughersteller und Fluglinien aus der Krise führen. Dennoch werde die Industrie bis 2013 brauchen, um sich von den Folgen der Finanzkrise zu erholen, sagte Giovanni Bisignani, Generaldirektor des Branchenverbandes IATA. Er sprach in Singapur am Vorabend der Eröffnung der größten Luftfahrt- und Waffenmesse Asiens, der Singapore Airshow. Die Region Asien/Pazifik ist inzwischen erstmals an Amerika vorbeigezogen und zum größten Luftfahrtmarkt der Welt geworden. Das schürt die Hoffnungen auf zweistelliges Wachstum in dieser Region, womit Verluste in anderen Weltregionen ausgeglichen werden könnten. Dennoch rechnet Bisignani für 2010 nur mit insgesamt rund 100 Millionen mehr Fluggästen als 2009.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Die Luftfahrt machte in den vergangenen zehn Jahren 50 Milliarden Dollar Verlust, davon allein 11 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr, sagte Bisignani. „Es war eine schreckliche Dekade.“ Im vergangenen Jahr sei der Umsatz um 80 Milliarden Dollar gesunken. „Unsere Branche ist auf den Stand von 2007 zurückgeworfen. Wir rechnen in diesem Jahr mit 2,3 Milliarden Fluggästen, den Ölpreis kalkulieren wir mit 75 Dollar je Barrel – wie vor drei Jahren. Allerdings dürfte unser Umsatz 30 Milliarden Dollar hinter dem damaligen Wert zurückbleiben“, warnte der Verbandschef. Die Fluglinien arbeiteten deshalb weiter hart an einem Abbau ihrer Kosten: „In der vergangenen Dekade ist die Arbeitsproduktivität um 71 Prozent gestiegen, die Effizienz beim Treibstoffverbrauch legte um 21 Prozent zu, die Kosten für Verkäufe und Ausgabe der Flugscheine sank um ein Drittel.“

          Hoffen auf Asien

          Nun hofft die gesamte Branche auf das schnelle Wachstum des Marktes in Asien. Der Anteil Asiens am weltweiten Luftverkehr soll von einem Viertel im vergangenen Jahr innerhalb von drei Jahren auf ein Drittel zulegen. „Rein rechnerisch kommen jedes Jahr drei Flüge auf jeden der 300 Millionen Amerikaner. China mit 1,3 Milliarden Menschen aber hat derzeit nur 0,3 Flüge pro Person. Und in Indien sind es nur 0,1 Flüge bei 1,1 Milliarden Menschen“, rechnete Bisignani vor. Wurden im Jahr 2000 in China noch wöchentlich 1,6 Millionen Sitzplätze im innerchinesischen Verkehr auf 480 Flugzeugen verkauft, so sind es eine Dekade später schon 5,7 Millionen Plätze auf einer Flotte von 1400 Maschinen.

          Innerhalb des Fliegers wird das Modell des Fliegers gezeigt

          Schon jetzt profitieren diejenigen Fluggesellschaften, die ein starkes Chinageschäft vorweisen können. So denkt Hongkongs Cathay Pacific Airways an einen Ausbau ihrer Kapazität: „Wir planen eine Ausweitung im einstelligen Prozentbereich im Passagier- und Frachtgeschäft und wollen einige der im vergangenen Jahr gestrichenen Strecken wieder fliegen“, kündigte der Vorstandsvorsitzende Tony Tyler in Singapur an. Er sei für dieses Jahr „vorsichtig optimistisch“. Tyler hält einen Umsatzanstieg von bis zu 10 Prozent in diesem Jahr für möglich. Denn die Anzeichen einer Erholung, die im letzten Quartal 2009 zu spüren waren, setzten sich fort.

          „Das Schlimmste liegt hinter uns“

          Ähnlich sieht Alan Joyce den Markt: Der Vorstandsvorsitzende der australischen Qantas Airways glaubt nun höhere Preise durchsetzen zu können. „In unserem Heimatmarkt haben wir sie vor Weihnachten angehoben. Nun sollten die internationalen Strecken folgen.“ In Australien hatte Qantas die Preise um etwa 5 Prozent erhöht. Die indonesische PT Garuda plant für den Sommer einen Börsengang, um sich neues Kapital von rund 300 Millionen Dollar zu besorgen.

          „Die Flugindustrie erholt sich“, fasste Naresh Goyal, Vorsitzender des Verwaltungsrates der indischen Jet Airways, die Stimmung auf der Messe zusammen. „Von einer neuen Hochphase können wir sicher noch nicht sprechen. Aber es macht sich schon die Sicht breit, dass das Schlimmste hinter uns liegt“, sagte Binit Somaia, Südasienchef der Analysten des Centre for Asia Pacific Aviation aus Sydney. Der Verband schätzt dennoch, dass die Branche weltweit in diesem Jahr mit gut 5 Milliarden Dollar den Verlust aus dem vergangenen Jahr allenfalls halbieren werde. Dabei steht der Markt in Asien sehr uneinheitlich da: Während zwei der fünf profitabelsten Fluglinien der Welt in der Region sitzen, steht die japanische JAL vor dem Zusammenbruch. 34 Fluglinien mussten seit 2008 aufgeben, erläuterte der Verband. Die nächste könnte die vietnamesische Indochina Airlines werden, der die Regierung den Flugbetrieb untersagt hat, weil sie ihren Treibstoff nicht zahlen kann. Trotz der allmählich besseren Stimmung der großen Linien rechnen Hersteller wie Airbus oder Boeing kaum mit großen Neuaufträgen, die sonst traditionell während Flugmessen angekündigt werden.

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