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Luftfahrt : Staatliche Kredite verhindern Airbus-Verlagerung nach Frankreich

  • Aktualisiert am

Verträge könnten verhindern, daß die A380-Fertigung nach Toulouse geht Bild: dpa

Eine Verlagerung der Airbus-Produktion zu Lasten Deutschlands ist praktisch unmöglich, glaubt die Bundesregierung. Die staatlichen Kreditverträge zum Bau des A380 legen fest, daß der Produktionsanteil Deutschlands ähnlich hoch ist wie der Frankreichs.

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          Bei der Neuordnung der Airbus-Produktion verhindern staatliche Kredite für den Flugzeugbauer derzeit praktisch Produktionsverlagerungen zu Lasten Deutschlands. In einem Darlehensvertrag zwischen Bund und Airbus Deutschland zum Bau des Riesen-Airbus A380 ist festgelegt worden, daß der Produktionsanteil in Deutschland annähernd so hoch sein muß wie der in Frankreich. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Anja Hajduk hervor.

          Nach den Produktionspannen beim A380 hatte der neue Airbus-Chef Louis Gallois angekündigt, die Struktur der Airbus-Werke überprüfen zu wollen. Auch ein Verkauf von Fabriken sei nicht ausgeschlossen. Seitdem machten immer wieder Spekulationen die Runde, Teile der Produktion könnten aus Hamburg nach Toulouse verlagert werden.

          Ausfälle von 6,3 Milliarden Euro

          Laut dem Bundesfinanzministerium lag der deutsche Produktionsanteil am A380 Ende 2005 bei 27,5 Prozent, der französische bei 27,6 Prozent. Die Höhe des deutschen Darlehens wurde mit rund 942 Millionen Euro angegeben, davon wurden bislang 795 Millionen abberufen. „Sollten sich gravierende Veränderungen ergeben, kann jede der Vertragsparteien Konsultationen mit dem Ziel fordern, entsprechende Anpassungen des Vertrages vorzunehmen“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

          Der Super-Airbus A380 wird nach den milliardenteuren Verzögerungen beim Bau der Maschine nun erst ab einer Stückzahl von 420 verkauften Flugzeugen rentabel. Die Probleme bei der Auslieferung würden Ausfälle von 6,3 Milliarden Euro in der Zeit von 2006 bis 2010 bedeuten, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung der Airbus-Mutter EADS anläßlich einer Investoren-Präsentation in Hamburg. Im vergangenen Jahr war Airbus
          noch davon ausgegangen, mit dem größten Passagierflugzeug der Welt ab 270 Maschinen in die Gewinnzone zu kommen.

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