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Luftfahrt : Konzentration auf die acht wichtigsten Flughäfen

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Mit dem Ausbau ehemaliger Militärflughäfen versuchen zahlreiche Landesregierungen, am Boom der Billigflieger teilzuhaben. Ein Masterplan zur Konzentration auf wenige Flughäfen soll dies nun stoppen.

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          Am Donnerstag werden in Berlin Vertreter von Politik, Wirtschaft und Luftverkehrsbranche zum Deutschen Luftfahrt-Kongreß zusammentreffen und über einen Masterplan zur Entwicklung der Flughafeninfrastruktur diskutieren.

          Der Masterplan, der der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt, geht auf die Gesprächsrunden der "Initiative Luftverkehr für Deutschland" mit verschiedenen Bundesministerien zurück. Ziel ist es, den Luftverkehrsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zu stärken, zu einem koordinierten Verhalten bei Flughafeninfrastrukturvorhaben und zu einer effizienteren Abstimmung zwischen Flughäfen, Behörden, Fluggesellschaften und Flugsicherung zu kommen.

          In der Vergangenheit galt für den Bau oder die Erweiterung von Flughäfen, daß vielfach völlig unkoordiniert Planungen vorangetrieben und öffentliche Mittel bewilligt wurden, ohne daß immer ein langfristiger wirtschaftlicher Erfolg der Investitionen erreicht wurde. Dagegen werden Ausbauprojekte wie der Münchner oder Frankfurter Flughafen durch langwierige Planungsverfahren verzögert, die die Entwicklung der größten deutschen Flughäfen - auch im internationalen Kontext - behindern.

          Landesregierungen wollten am Billigfliegerboom teilhaben

          Statt dessen flossen beträchtliche öffentliche Mittel in vielen Regionen in Ausbau oder Ertüchtigung ehemaliger Militärflughäfen (Konversionsprojekte), weil Landräte und Landesregierungen Regionalpolitik betrieben und am Aufschwung der Billigfliegerei teilhaben wollten. Eines von vielen Beispielen ist der Flughafen Altenburg in Thüringen, der nicht weit von den defizitären Flughäfen Halle/Leipzig und Dresden liegt.

          In den ehemaligen russischen Landeplatz wurden bislang mindestens 25 Millionen Euro öffentlicher Mittel investiert, davon rund eine Million für den Ausbau der Landebahn, damit Ryanair dort ein Flugangebot unterbreiten konnte. Ähnliches ist auch in Lübeck zu besichtigen. Vor wenigen Wochen beschloß die Hessische Landesregierung den Ausbau des nordhessischen Flughafens Kassel-Calden. Die Landesregierung hat sich verpflichtet, von den 151,5 Millionen Euro Investitionssumme rund 108 Millionen aus Landesmitteln beizusteuern. Im Jahr 2009 könnte die neue Start-und-Lande-Bahn dann in Betrieb genommen werden.

          Wobei die Erfahrung zeigt, daß die Erwartungen in den Aufbau von Arbeitsplätzen bei Flughäfen mit einer Passagierzahl von weniger als einer Million selten erfüllt werden. Die bisherige Anzahl von Arbeitsplätzen soll sich auf 1200 verdoppeln. Kritiker werfen der Landesregierung vor, sie subventioniere jeden neuen Arbeitsplatz mit 250 000 Euro.

          Masterplan soll dem entgegentreten

          Diesem Wildwuchs will der Masterplan entgegentreten. Er schlägt die Konzentration auf die acht wichtigsten deutschen Flughäfen vor. Neben den beiden international bedeutendsten in Frankfurt und München genießen Hamburg, Hannover, Berlin, Köln/Bonn, Düsseldorf und Stuttgart Priorität.

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