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Luftfahrt : IG Metall droht Airbus mit Streik

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Opfer der Restrukturierung von Airbus: Auch das Werk in Augsburg steht zum Verkauf Bild: ddp

Im Streit über die geplanten Werksverkäufe droht dem Flugzeugbauer ein harter Arbeitskampf bis hin zu Streiks. „Wenn sich Airbus verweigert, werden wir Druck machen, mit allen möglichen Folgen fürs Unternehmen“, sagte der Sprecher der IG Metall Küste, Friedrich.

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          Im Streit über die geplanten Werksverkäufe droht dem Flugzeugbauer Airbus ein harter Arbeitskampf bis hin zu Streiks. Das berichten die Zeitung „Euro am Sonntag“ und das Magazin „Focus“. „Wenn sich Airbus verweigert, werden wir Druck machen, mit allen möglichen Folgen fürs Unternehmen“, sagte der Sprecher der IG Metall Küste, Daniel Friedrich.

          Die Airbus-Beschäftigten hätten bewiesen, dass „sie das Instrument der Arbeitsniederlegung beherrschen“. Hintergrund des Konfliktes sind die geplanten Verkäufe der Fabriken in Augsburg, Nordenham und Varel an einen Investor. Mögliche Streiks könnten den Konzern an seiner empfindlichsten Stelle treffen, etwa bei dem bereits mehrfach korrigierten Zeitplan für die Auslieferung des Riesenjets A 380.

          „Wir prüfen, Tarifforderungen zu stellen“

          Der Airbus-Mutterkonzern EADS will im Zusammenhang mit seinem Sanierungsprogramm „Power 8“ in Europa insgesamt sechs Werke abstoßen. Nach dem Rückzug des Heidenheimer Anlagenbauers Voith bieten für die vier deutschen Airbus-Werke nur noch der amerikanische Boeing-Zulieferer Spirit und die MT Aerospace, die zur Bremer OHB gehört. EADS will Varel, Nordenham und Laupheim sowie das EADS-Werk Augsburg abstoßen. Für die französischen und britischen Werke bieten GKN (Großbritannien) und Latécoère (Frankreich). Von den Werksverkäufen erhofft sich der Konzern Milliardeneinnahmen.

          Präsentation unter Protest: Der erste A380 rollt am 19. Juli vor protestierenden Beschäftigten des Airbus-Werkes in Hamburg-Finkenwerde aus

          „Wir prüfen, Tarifforderungen zu stellen, um die Folgen für die Mitarbeiter sozial abzufedern. Um diese Forderungen durchzusetzen, werden wir gegebenenfalls unsere Mitglieder mobilisieren“, sagte Friedrich. Gesamtbetriebsratschef Rüdiger Lütjen hatte der Konzernführung vor kurzem seine Bedingungen für eine Veräußerung der Werke genannt: Kündigungsschutz bis zum Jahre 2015, keine Verlagerung der Produktion in den günstigeren Dollarraum und die Fortführung der Tarifverträge, also keine Lohneinbußen für die Beschäftigten in den betroffenen Werken. Laut Lütjen kam es dabei allerdings zu keiner Einigung. In der vergangenen Woche habe er die IG Metall über das Scheitern der Gespräche informiert.

          Die Gewerkschaft will sich nun in Kürze an die Airbus-Führung wenden: „Unsere tarifpolitischen Forderungen decken sich mit denen des Betriebsrats“, sagte IG-Metall-Sprecher Friedrich. Betriebsratschef Lütjen sagte: „Den Blödsinn, den die Manager verzapft haben, wird die Belegschaft bestimmt nicht bezahlen.“

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