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Luftfahrt : Airbus baut seinen Langstreckenjet A350 völlig neu

  • Aktualisiert am

Direkte Konkurrenten Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Der europäische Flugzeughersteller Airbus wird im Juli auf der traditionellen Luftfahrtschau im britischen Farnborough eine völlig neue Version seines kleinen Langstreckenjets A350 vorstellen.

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          Der europäische Flugzeughersteller Airbus wird im Juli auf der traditionellen Luftfahrtschau im britischen Farnborough eine völlig neue Version seines kleinen Langstreckenjets A350 vorstellen. Das ist aus Industriekreisen zu hören. Das Flugzeug soll voraussichtlich im Jahr 2012 auf den Markt kommen und sowohl gegen den ebenfalls neuen Dreamliner (B787) von Boeing als auch gegen die größere B777 der Amerikaner antreten. Die Entwicklungskosten dürften zwischen 6 und 8 Milliarden Euro betragen. "Wir können uns das leisten", heißt es. Der Hauptaktionär von Airbus, die EADS, besitzt verfügbare Mittel über mehrere Milliarden Euro.

          Ob Airbus zur Finanzierung des neuen A350 gleichwohl auf rückzahlbare Staatskredite zurückgreifen wird, ist noch nicht entschieden. Europäer und Amerikaner führen seit fast zwei Jahren eine bislang ergebnislose Auseinandersetzung um neue Regeln zur Subventionierung des zivilen Flugzeugbaus. Ein 1992 abgeschlossenes, von den Amerikanern einseitig gekündigtes Abkommen gestattete die Finanzierung von einem Drittel der Entwicklungskosten eines Flugzeugs durch rückzahlbare Staatskredite.

          Reaktion auf Kundenkritik

          Airbus reagiert mit seiner Neukonzeption auf die herbe Kritik wichtiger Kunden am bisherigen Konzept des A350, das auf einem älteren Modell beruht und somit keine vollständige Neuentwicklung darstellt wie der Dreamliner. Aus diesem Grund hat sich der Dreamliner bislang auch deutlich besser verkauft. Nach einigem Zögern hat sich Airbus nun entschlossen, der Forderung seines Verkaufschefs John Leahy zu folgen und mehr Geld und Zeit als bisher in die Entwicklung eines völlig neuen A350 zu investieren. Leahy hatte intern früh davor gewarnt, den Dreamliner zu unterschätzen, konnte sich aber lange nicht durchsetzen.

          Luftfahrtmesse : Airbus verkauft mehr A380 als erwartet

          Der nagelneue A350 wird zwar rund vier Jahre später in den Liniendienst gehen als der Dreamliner und diesem zunächst einmal den Markt überlassen müssen. Doch bietet er Airbus die Möglichkeit, im wachstums- und ertragsstarken Segment der Langstreckenflugzeuge mit 200 bis 300 Sitzen auf lange Sicht wieder die Marktführerschaft zu übernehmen. Mit dem neuen Konzept des A350 will Airbus zudem für gute Nachrichten sorgen, nachdem die Querelen wegen der Lieferverzögerungen des Topmodells A380 dem Ansehen des Konzerns schweren Schaden zugefügt haben. Gleichzeitig will Airbus mit einer Großversion des A350 auch die rund zehn Jahre alte B777 von Boeing herausfordern, die derzeit das ebenfalls sehr rentable Segment der Langstreckenflugzeuge mit 300 bis 400 Sitzen dominiert. Manche Fachleute vertreten die Ansicht, ein großer A350 könne die B777 sogar ganz aus dem Markt drängen.

          Im Hintertreffen gegenüber Boeing

          Der A350 würde den A340 ersetzen, der gegenüber der B777 ins Hintertreffen geraten ist. Der A340 verbraucht mit seinen vier Motoren mehr Kerosin als die zweistrahlige B777. Wie zu hören ist, wollen Airbus und EADS die Modernisierung des A340 nicht mehr in Angriff nehmen. Zuvor hieß es, man erwäge, 1 Milliarde Euro in eine Überarbeitung zu investieren. "Wir bräuchten völlig neue Motoren", sagt ein Beteiligter, "doch die gibt es derzeit nicht." Zwar betonen die Europäer, der A340 werde auch künftig ausreichend Kunden finden. Nach Ansicht von Experten leitet Airbus mit dem Verzicht auf eine Modernisierung aber den Untergang des Modells ein.

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