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Luft- und Raumfahrt : Durchsuchung in der EADS-Zentrale

  • Aktualisiert am

Verdacht auf Insiderwissen im Zusammenhang mit der A380-Verspätung Bild: dpa

Wegen des Verdachts auf Insiderhandel ist am Dienstag das Hauptquartier von EADS in Paris durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, weil zahlreiche Aktionäre kurz vor Bekanntwerden der A380-Verzögerung in großem Stil EADS-Papiere verkauft hatten.

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          Wegen Verdachts auf Insiderhandel ist am Dienstag die EADS-Zentrale in Paris durchsucht worden, wie aus Justizkreisen verlautete. Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte am 20. November Ermittlungen beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern eröffnet, nachdem Aktionärsschützer gegen massive Aktienverkäufe von zahlreichen Topmanagern geklagt hatten.

          Bis zu 800 EADS-Mitarbeiter hatten sich im Frühjahr von ihren Aktien getrennt. Kurze Zeit später gab EADS Lieferverzögerungen beim Airbus-Superjumbo A380 bekannt, woraufhin der Kurs einbrach.

          Topmanager und Hauptaktionäre verkauften

          Zwei Ermittlungsrichter gehen dem Verdacht auf Insiderhandel sowie Desinformation des Marktes nach. Parallel prüft auch die französische Börsenaufsicht AMF die verdächtigen Aktienverkäufe. Medienberichten zufolge geht sie davon aus, daß die EADS-Hauptaktionäre bereits im März über mögliche Lieferverzögerungen beim A380 informiert wurden. Der Konzern gab die Montageschwierigkeiten und einen neuen Lieferplan erst im Juni bekannt.

          In der Zwischenzeit verkauften nicht nur Topmanager wie Airbus-Vizechef Fabrice Brégier, der Leiter des EADS-Rüstungsprogramms Stefan Zoller oder der frühere EADS-Chef Noël Forgeard ihre Aktien. Auch die industriellen Hauptaktionäre Daimler-Chrysler und die französische Lagardère-Gruppe trennten sich von je einem Viertel ihres Anteils.

          Sie alle beteuern, nichts von den möglichen Lieferverzögerungen gewußt zu haben. Auch EADS erklärte, es seien auf einer Sitzung der Führungsspitze (Board of Directors) am 7. März keine Informationen über die schwerwiegenden Pannen bekannt gewesen.

          EADS-Co-Chef Tom Enders deutete indes vor einer Woche an, daß damals sehr wohl Insiderwissen kursierte. Er habe Aktienverkäufe im März nicht für opportun gehalten, sagte er in München.

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