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Neues Angebot : Flixbus setzt jetzt auch auf die Schiene

Locomore hatte Mitte Mai den Betrieb eingestellt. Bild: dpa

Der Fernbusanbieter Flixbus macht der Bahn mächtig Konkurrenz. Jetzt rückt Flixbus seinem Konkurrenten noch weiter auf die Pelle. Dazu kooperiert es mit einem Unternehmen, das eigentlich schon vom Markt verschwunden war.

          Der Fernbusanbieter Flixbus will der Deutschen Bahn künftig nicht nur auf der Straße Konkurrenz machen. Das Unternehmen setzt auf eine stärkere Vernetzung von Straße und Schiene. Durch eine Vertriebskooperation will Flixbus jetzt die Wiederaufnahme des einstigen Locomore-Zuges nach dessen Insolvenz unterstützen: Die Bahntickets werden ab sofort über die Online-Plattform und alle übrigen Vertriebswege von Flixbus verkauft. Die ehemaligen Locomore-Strecken von Berlin nach Stuttgart über Hannover, Frankfurt und Heidelberg und zurück werden vom 24. August an von dem privaten Verkehrsunternehmen Leo Express weitergeführt.

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Flixbus-Gründer und Geschäftsführer André Schwämmlein sagte am Mittwoch: „Wir sind überzeugt, dass wir über die Flixbus-Plattform die nötige Zahl an Kunden gewinnen, um einen nachhaltigen Betrieb der Locomore-Strecken bei günstigen Ticketpreisen zu ermöglichen. Zeitgleich profitieren wir durch die intermodale Integration in unser Fernbusnetz von neuen Zielgruppen für die Busse.“

          Das 2007 gegründete Fernzug-Start-Up Locomore, das sich über Crowdfunding zu finanzieren versuchte, hatte die Verbindungen Mitte Mai nach nur einem halben Jahr wieder einstellen müssen. Locomore hatte bis dahin rund 70.000 Fahrgäste befördert. Die Crowdfunder erhielten schon nach der Insolvenz Freifahrten für das Flixbus-Netz sowie ein Bonusguthaben für das Leo-Express-Netz in Tschechien und der Slowakei. 

          Flixbus kooperiert schon seit 2015 in Tschechien mit dem privaten Verkehrsunternehmen Leo Express, das 2009 in Prag gegründet wurde. Leo-Express-Geschäftsführer Peter Köhler sagte, man glaube an das Produkt Locomore. „Gemeinsam mit Flixbus wollen wir zwei ökologische Verkehrsmittel multimodal verbinden.“

          Auch in Österreich verknüpft Flixbus seine Fernbuslinien seit 2013 mit dem privaten Eisenbahnunternehmen Westbahn, in Deutschland kooperiert Flixbus mit dem Kölner Nahverkehrsbund KVB. Diese Kooperationen bündelt das Unternehmen nun in der neuen Gesellschaft Flixtrain GmbH. Schwämmlein sagte: „Intermodale Konzepte wie die Kombination aus Fernbus und Zug funktionieren bereits in anderen Ländern. So schaffen wir eine attraktive Alternative zum eigenen Auto.“ Die Vernetzung öffentlicher Verkehrsmittel werde die Zukunft der Mobilität sein.

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