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Liste der Superreichen : Jeder fünfte Milliardär auf der Welt ist ein Chinese

In China stapelt sich viel Geld - der reichste Mensch der Welt ist aber ein Amerikaner Bild: AFP

Die Hälfte aller Superreichen lebt in den Vereinigten Staaten und in den chinesischen Ländern. Unter den Top Ten rangiert allerdings kein Asiate, dafür sieben Amerikaner.

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          Obgleich die Reichen auf dem chinesischen Festland immer wohlhabender werden, laufen ihnen ihre Standesgenossen aus dem kleinen Hongkong noch immer den Rang ab. Fünf der zehn vermögendsten Chinesen stammen aus der ehemaligen britischen Kronkolonie, ein weiterer aus Taiwan. Das geht aus der neuen „Welt-Reichenliste“ des Schanghaier Unternehmens Hurun hervor. Es gilt als die führende Institution zur Ermittlung des Wohlstands in China.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Der Liste zufolge ist der reichste Chinese – und der reichste Asiate – der Immobilienmagnat Li Ka-shing aus Hongkong. Mit 33 Milliarden Dollar rangiert er in der ganzen Welt auf Platz 12. Die Tabelle wird angeführt von altbekannten Namen: Bill Gates und Warren Buffett mit 68 und 64 Milliarden Dollar vor dem Spanier Amancio Ortega (Inditex/Zara) und dem Mexikaner Carlos Slim mit Familie. Die erste Frau folgt an Position 11, die Französin Liliane Bettencourt mit 34 Milliarden Dollar. Die meisten Milliardäre wohnen in den Vereinigten Staaten (481), gefolgt von den chinesischen Ländern, also der Volksrepublik, Taiwan, Hongkong und Macao (358). In beiden Regionen zusammen lebt die Hälfte aller Superreichen auf der Erde.

          Die Hongkonger sind reicher und älter

          Unter den ersten zehn Plätzen ist allerdings kein einziger Asiate, allein sieben Ränge nehmen Amerikaner ein. Das hängt auch damit zusammen, dass Li Ka-shing seit 2013 um fünf Plätze zurückgefallen ist. Wie bei den meisten anderen Betuchten wird sein Reichtum anhand der Aktienkurse seiner Unternehmensanteile ermittelt. Und die haben sich zuletzt schwach entwickelt. Erst auf dem gemeinsamen 26. Platz folgen mit je 25 Milliarden Dollar die nächsten Chinesen, der Hongkonger Betreiber der Galaxy-Casinos, Lui Che Woo, sowie der reichste Festlandchinese namens Wang Jianli. Dieser ist mit einem Geflecht aus Immobilien-, Tourismus- und Unterhaltungsprojekten aufgestiegen. Besonders erfolgreich ist seine Hotelkette, die in London die erste chinesische Luxusherberge in Europa eröffnen will. Wangs Kinokonzern hat ebenfalls internationale Ambitionen. 2012 kaufte er für 2,6 Milliarden Dollar die amerikanische Filmtheaterkette AMC. Seitdem versteht sich Wang als größter Lichtspielhausbetreiber in der Welt.

          Der reichste Chinese: Li Ka-shing

          Das Vermögen von Lui Che Woo und Wang hat sich 2013 verdoppelt. Ansonsten fällt auf, dass das finanzielle Polster der Festländer schneller wächst als das der Insulaner. Die einzige taiwanische Familie unter den chinesischen „Top 10“ ist die von Tsai Eng-Meng. Der Lebensmittelkonzern Want Want hat ihnen 11 Milliarden Dollar eingebracht. Bemerkenswert ist der Neueinsteiger auf Platz elf, Li Hejun aus Peking. Er hat es mit dem Hydro- und Solar-Unternehmen Hanergy auf 9,1 Milliarden Dollar gebracht – ausgerechnet in einer Zeit, in der die Sonnenenergie anderswo kaum Geld einbringt.

          Die Hongkonger Gründer sind früher zu Wohlstand gelangt als ihre Landsleute im Norden, wo sich die Wirtschaft erst nach und nach geöffnet hat. Deshalb sind die Insulaner im Schnitt nicht nur reicher, sondern auch älter. Der jüngste Hongkonger auf den ersten zehn Rängen der Chinesen ist Lui Che Woo mit 85 Jahren, der betagteste heißt Robert Kuok vom gleichnamigen Lebensmittelimperium. Er ist 90 Jahre alt und 16 Milliarden Dollar schwer. Demgegenüber ist Zong Qinghou mit 69 Jahren der älteste unter den Reichen des Festlandes.

          7,1 Milliarden reichen bloß für Rang 192

          Er ist ein typisches Beispiel für die vielen Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichten in China. Aus armen Verhältnissen stammend, schlug er sich zunächst damit durch, in einer Saline die Salzlake aufzukehren. Später verkaufte er an einer Schule seiner Heimatstadt Hangzhou Pausengetränke. Daraus erwuchs sein Unternehmen Wahaha (Lachendes Kind), das ihm 20 Milliarden Dollar eintrug. Die meisten Begüterten auf dem Festland sind deutlich jünger als Zong. Robin Li, Gründer des Suchmaschinendienstes Baidu, zählt kaum 46 Lenze und hat schon 10 Milliarden Dollar im Portfolio. Ma Huateng bringt es mit 43 Jahren sogar auf 14 Milliarden. Sein Unternehmen Tencent in Shenzhen ist, gemessen am Marktwert, Chinas größtes Internetunternehmen. Seit dem Börsengang 2004 ist der Kurs der Tencent-Aktien in Hongkong um 13.400 Prozent gestiegen, was Mas kometenhaften Aufstieg erklärt. Der Firmenchef, der eigentlich Astronom werden wollte, nennt sich auf Englisch Pony, weil sein Familienname Ma Pferd bedeutet. Der chinesische Name für Tencent, Tengxun, heißt denn auch „galoppierende Nachrichten“.

          Das Pferdejahr im chinesischen Kalender bringt auch einem anderen Reichen namens Ma Glück. Den früheren Englischlehrer Jack Ma vom Online-Handelskonzern Alibaba hat es international um fast 360 Positionen nach oben gespült. Sein Vermögen stieg um 173 Prozent auf 7,1 Milliarden Dollar. Damit gehört er allerdings noch nicht zu den zehn reichsten Chinesen. In aller Welt langt so viel Geld gerade einmal für Rang 192.

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