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Linde und Praxair : Fusion zu weltgrößtem Industriegas-Konzern beschlossen

  • Aktualisiert am

Linde hat 8000 Beschäftigte in Deutschland. Bild: dpa

Nach wochenlangem Hin und Her haben sich Dax-Konzern Linde und der amerikanische Konkurrent Praxair auf Details ihrer Fusion geeinigt. Für die deutschen Beschäftigten ist das erst einmal eine gute Nachricht.

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          Der Dax-Konzern Linde und sein amerikanischer Konkurrent Praxair haben sich auf die Eckpunkte ihrer geplanten Fusion zum weltweit größten Industriegase-Konzern geeinigt. Demnach soll der bisherige Praxair-Chef Steve Angel Vorstandsvorsitzender werden und die Geschäfte aus den Vereinigten Staaten leiten. Aufsichtsratschef werde der bisherige Linde-Chefkontrolleur Wolfgang Reitzle, teilte das Münchner Unternehmen mit.

          Die Zentralfunktionen würden zwischen Amerika und München aufgeteilt. Die neue Konzernholding werde an den Börsen in Frankfurt und New York gelistet und den Namen Linde behalten. Die Linde- und die Praxair-Aktionäre sollen je die Hälfte an der neuen Holding halten. Aus dem Zusammenschluss seien jährliche Synergien von etwa einer Milliarde Dollar zu erwarten, teilte Linde mit.

          Standort Dresden bleibt erhalten

          Zusammen kämen Linde und Praxair auf 28 Milliarden Euro Umsatz und einen Börsenwert von 61 Milliarden Euro. Praxair ist bei Industriegasen in Amerika Marktführer und hochprofitabel. Linde ist im Gasegeschäft vor allem in Europa und Asien stark und mit Anlagenbau und Medizingasen breiter aufgestellt.

          Für die 8000 deutschen Linde-Beschäftigten hatte das Unternehmen mit Betriebsrat und Gewerkschaften bereits eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2021 für den Fall einer Fusion vereinbart. Betriebsbedingte Kündigungen wären ausgeschlossen, der in Deutschland geplante Stellenabbau würde bei einem Zusammenschluss mit Praxair deutlich reduziert und der Standort Dresden nicht geschlossen.

          Der designierte Konzernchef Angel sagte, der strategische Zusammenschluss „würde die Stärken beider Unternehmen kombinieren, die globale Präsenz stärken und dazu ein robusteres Portfolio schaffen, das von langfristigen Wachstumstrends profitieren würde“. Der soeben erst zum Linde-Chef berufene Aldo Belloni sagte, gemeinsam wolle man „ein global führendes Unternehmen für Industriegase schaffen“.

          Der Fusion müssen noch die Aktionäre beider Unternehmen zustimmen sowie die Kartellbehörden. Beobachter erwarten spürbare Auflagen. Der erste Anlauf zu einem Zusammenschluss von Linde und Praxair war im September gescheitert, weil man sich bei der Wahl des Firmensitzes und der Struktur des fusionierten Unternehmens nicht einig geworden war. Anfang Dezember hatten die beiden Unternehmen aber einen neuen Anlauf für einen „Zusammenschlusses unter Gleichen“ gestartet. Mit einer Fusion könnten Linde und Praxair den französischen Konkurrenten Air Liquide als Weltmarktführer für Industriegase ablösen.

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