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Exxon-Mobil als Abnehmer : Linde investiert 1,4 Milliarden Dollar in Singapur

Linde verarbeitet Schwefel zu Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Bild: dpa

Der Schwefelgehalt in Treibstoff soll von 3,5 auf 0,5 Prozent fallen: Von Asiens neuer Umweltauflage profitiert der Industriegashersteller Linde – und investiert kräftig.

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          Der Industriegashersteller Linde steht vor seiner größten Auslandsinvestition. Mit dem Bau einer Anlage im Wert von 1,4 Milliarden Dollar auf der Petrochemie-Insel Jurong im südostasiatischen Stadtstaat Singapur wird Linde seine Gaskapazität dort vervierfachen. Abnehmer wird ab 2023 die bestehende Großraffinerie von Exxon-Mobil sein.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der neuformierte Linde-Konzern will auch in eine eigene Pipeline für den Transfer von Rohstoffen und Produkten zwischen den Werken beider Konzerne investieren. Nach Fertigstellung soll die Leitung auch Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Synthesegas an andere Kunden auf Jurong Island liefern. Exxon verändert dort seine Anlagen, um den umweltschädlichen Schwefelgehalt in Schiffsdiesel zu verringern.

          Nachfrage nach Wasserstoff steigt

          Asien hat, wie zuvor Europa, Umweltrichtlinien für Schiffe angehoben; der Schwefelgehalt im Treibstoff soll ab dem nächsten Jahr von 3,5 auf 0,5 Prozent fallen. Linde verarbeitet die schweren Rückstände zu Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Zum langlaufenden Vertrag mit Exxon über die Lieferung nennt Linde keine Mengen oder Zeiten.

          „Die Nachfrage nach Wasserstoff ist in den vergangenen Jahren ständig deutlich schneller als das Wirtschaftswachstum gestiegen“, sagte Steve Angel, Vorstandschef von Linde, im Vorfeld der Feier. Die Anlage wird zu weiten Teilen von Linde entworfen und aus vorgefertigten Bauteilen zusammengesetzt werden. Das schwerste wird 3500 Tonnen wiegen, in Indien vorgefertigt und nach Singapur verschifft werden.

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