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Lebensmittel-Debatte : Lidl tritt auf die Zuckerbremse

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Lidl sucht nach einer eigenen Zuckerstrategie. Bild: AFP

Der Zuckergehalt von Lebensmitteln ist ein kontroverses Thema. Während manche eine Zuckersteuer am Beispiel Großbritanniens fordern, handelt die Industrie in Deutschland schon.

          Die Diskussion um Zucker in Getränken und Lebensmitteln hat durch den am Mittwoch veröffentlichten Coca-Cola-Report von Foodwatch neuen Auftrieb erhalten. Nun meldet sich auch der Discounter Lidl zu Wort. Nach der Fleisch-Ampel, die zeigen soll, wie Tiere gehalten werden, will die Supermarktkette nun auch neue Standards für den Zuckergehalt in seinen Produkten einführen.

          Einem Bericht zufolge will Lidl den Zuckergehalt in seinen Getränken und Backwaren reduzieren. In einigen Erfrischungsgetränken wie Cola und Eistee soll der Zuckergehalt in einem ersten Schritt „um fünf bis acht Prozent“ gesenkt werden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens der „Wirtschaftswoche“. Bei den Molkereiprodukten werde derzeit „jeder Joghurt“ überarbeitet, außerdem arbeite Lidl an der Reduktion des Zuckeranteils bei 20 Gebäck- und Backwarenartikeln.

          Bei der Umsetzung einer eigenen Strategie zur Reduzierung des Zuckergehalts sei Lidl „auf einem sehr guten Weg“, sagte die Unternehmenssprecherin dem Magazin weiter. Demnach verpflichtete sich der Discounter Anfang vergangenen Jahres dazu, Zucker und Salz in seinen Eigenmarkenprodukten bis 2025 um 20 Prozent zu reduzieren. Zu den reduzierten Produkten gehörten unter anderem Frühstücksflocken.

          Andere Marken ziehen mit

          Der „Wirtschaftswoche“ zufolge will auch der Handelskonzern Rewe im Laufe des Jahres rund 100 zuckerreduzierte Eigenmarkenprodukte anbieten. Der Getränkehersteller Eckes-Granini will demnach den Anteil zugesetzten Zuckers in seinen Produkten bis 2020 um zehn Prozent senken. Für Hersteller von Markenprodukten, etwa Dr. Oetker und Bahlsen, sei das Thema ebenfalls relevant und stehe auf der Agenda.

          Darin gibt die Verbraucherorganisation dem Konzern eine Mitverantwortung für die Ausbreitung chronischer Krankheiten wie Fettleibigkeit und Diabetes. Foodwatch kritisiert vor allem die Marketingkampagnen des Unternehmens, die sich gezielt an junge Menschen richten.

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