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Lidl gegen Aldi : Neue Rivalen im Kampf um die gelbe Tonne

Zwischen Verpackungsmüll und Recyclingmarkt: Die Schwarz-Gruppe plant, künftig beim Müllgeschäft mitzumischen. Bild: AFP

Lidl und Kaufland bauen ein eigenes Sammelsystem für Verpackungsmüll und Recycling auf. Dem Erzrivalen Aldi dürfte das nicht gefallen – und auch die Lieferanten haben Grund zu murren.

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          Lidl und Kaufland wollen dem Grünen Punkt Konkurrenz machen. Ihre Muttergesellschaft, die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm, arbeitet auf Hochtouren an einem eigenen Sammelsystem für das Recycling von Konservendosen und leeren Shampooflaschen. Erst vor wenigen Wochen hatte das Handelsunternehmen durch die Übernahme der Tönsmeier-Gruppe, der Nummer fünf auf dem deutschen Entsorgungsmarkt, für Aufsehen gesorgt.

          Im nächsten Schritt will man sich die Rohstoffe für Sortier- und Recyclinganlagen mit Hilfe eines eigenen dualen Systems sichern und so den Materialkreislauf schließen. Zugleich bereitet sich der Handelskonzern damit auf die Verschärfung des Verpackungsgesetzes zum Jahreswechsel und steigende Recyclingquoten vor, die die Entsorgung des Verpackungsmülls aus gelben Tonnen und Säcken deutlich verteuern dürften. Die Tochtergesellschaft Greencycle, in der Lidl und Kaufland ihre Entsorgungsaktivitäten bündeln, soll auch das Sammelsystem betreiben.

          Im harten Wettbewerb im deutschen Lebensmitteleinzelhandel könnte sich Lidl damit einen strategischen Vorteil gegenüber dem Erzrivalen Aldi verschaffen, der seine Verpackungen bisher über das Grüne-Punkt-Unternehmen Duales System Deutschland (DSD) entsorgen lässt. Die Lizenzgebühren für die Verpackungsentsorgung, aus denen die dualen Systeme wiederum Müllunternehmen für die Abfuhr und Sortierung des Abfalls bezahlen, summieren sich auf annähernd eine Milliarde Euro im Jahr. Letztlich geht die Rechnung an die Verbraucher, da die Kosten auf die Ladenpreise umgelegt werden. Und weil dort jeder Cent zählt, versuchen vor allem die Discounter, diesen Kostenblock zu drücken wie es nur geht.

          Das Rennen um den Grünen Punkt

          Für ihren von Leo Maiello geleiteten Aufbaustab werben die Neckarsulmer der dualen Konkurrenz die Fachleute ab. Mit Mirko Rummler, dem langjährigen Leiter für Rechtsfragen in der Kölner Reclay-Gruppe, wechselt nach Informationen der F.A.Z. ein weiterer renommierter Branchenkenner nach Baden-Württemberg. Er ist der Sohn von Thomas Rummler, der im Bundesumweltministerium viele Jahre federführend die Verpackungsgesetzgebung bearbeitet hat und seit seiner Pensionierung im Januar als Berater für die neue Zentrale Stelle arbeitet, die vom kommenden Jahr an die Verpackungsentsorgung kontrolliert. Eine Sprecherin der Schwarz-Gruppe gab sich bedeckt. „Aus grundsätzlichen Überlegungen möchten wir uns zu strategischen Fragen nicht äußern“, sagte sie.

          Welche Ambitionen die Schwarz-Gruppe hat, zeigt sich daran, dass sie sich sogar für den seit längerer Zeit zum Verkauf stehenden Grünen Punkt interessiert haben soll. Mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent ist DSD mit großem Abstand der Branchenführer unter den noch neun dualen Systemen. Zu einem Gebot oder gar Einsicht in die Bücher ist es nach Angaben aus Branchenkreisen aber nicht gekommen. Der Konkurrent Aldi, seit vielen Jahren wichtigster DSD-Kunde, soll für diesen Fall bei den Eigentümern mit Kündigung seiner Verträge gedroht haben. So soll im Rennen um den Grünen Punkt immer noch der Branchenriese Remondis aus Lünen die Nase vorn haben.

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