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Anpassungen nach Marktstart : Lidl muss in Amerika seinen Kurs korrigieren

Glaspalast im amerikanischen Virginia Beach: Die großzügig gestalteten Geschäfte sind bislang nicht so erfolgreich wie erwartet. Bild: dpa

Die Expansion des Lebensmittelhändlers Lidl in Amerika läuft schlechter als erwartet. Nun will die Discounterkette den Wachstum wieder ankurbeln – und überarbeitet Standorte, Sortiment und Filialtypen.

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          Der Lebensmittelhändler Lidl nimmt nach seinem Start in Nordamerika vorigen Sommer deutliche Kurskorrekturen vor. Sowohl am Sortiment wie auch an den Standorten werde kontinuierlich gearbeitet, bestätigte ein Lidl-Sprecher: „Natürlich gibt es Anpassungsbedarf.“ Man könne nicht alles vorhersehen, sondern müsse eben schnell reagieren. Das sei auch bei der Expansion in anderen Ländern der Fall gewesen. So erweist sich nicht nur in Amerika die Suche nach der richtigen Ladengröße und dem angemessenen Filialtyp als schwierig. Großzügig gestaltete Geschäfte, Lidl-intern als „Glaspalast“ bezeichnet, sind offenbar nicht so erfolgreich wie erwartet.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

          „Alles in allem ist der Marktstart erfolgreich verlaufen. Wir arbeiten weiter am nachhaltigen Wachstum. Es geht uns nicht um kurzfristige Entwicklungen“, sagte der Lidl-Sprecher mit Blick auf Berichte im „Handelsblatt“ und „Manager Magazin“, wonach das Wachstum nun gebremst fortgesetzt werden soll. Derzeit habe Lidl knapp 50 Filialen und beschäftige 4000 Mitarbeiter in den Vereinigten Staaten. Im Juni, beim Start der Discounterkette, war die Rede davon, dass im Laufe des ersten Jahres hundert Standorte eröffnet werden sollen. Im Interview mit dem „Manager Magazin“ hat Klaus Gehrig, Vorstandschef des Mutterkonzerns Schwarz-Gruppe, angeblich gesagt, bis Ende 2018 würden nur 20 Geschäfte dazu kommen. Diese Aussage wird von der Schwarz-Konzernsprecherin auf Nachfrage allerdings nicht bestätigt. Vielmehr zitiert sie selbst Klaus Gehrig mit der Aussage: „Amerika bleibt in unserem Fokus“. Es werde mit Hochdruck an den Konzepten gearbeitet.

          Personelle Konsequenzen sind schon gezogen. Daniel Marasch, der den Markteintritt in Amerika für Lidl vorbereitet hat, ist seit dem Herbst nicht mehr im Unternehmen. Stattdessen wurde der Lidl-Landeschef in Spanien, Michael Aranda, zum Lidl-Vorstandsmitglied mit Zuständigkeit auch für Amerika befördert.

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