https://www.faz.net/-gqe-a6ety

Reaktion auf Bauernproteste : Lidl erhöht Preise für Schweinefleisch

  • Aktualisiert am

Mit ihren Traktoren blockieren Bauern am 1. Dezember das Zentrallager von Lidl in Cloppenburg. Bild: dpa

Viele Landwirte fühlen sich von den Einzelhandelsketten unfair behandelt. Jetzt reagiert Lidl mit einer deutlichen Preiserhöhung.

          1 Min.

          Der Discounter Lidl hat als Reaktion auf die jüngsten Protest- und Blockadeaktionen von Landwirten die Preise für Schweineprodukte erhöht. Lidl habe den Einkaufspreis für zehn Artikel aus dem Schweinefleischsortiment um 1 Euro pro Kilogramm angehoben, als Folge steige der Verkaufspreis im gleichen Umfang, teilte Lidl am Donnerstag in Heilbronn mit. Zuerst hatte die „Oldenburgische Volkszeitung“ (Vechta) über die Preiserhöhung berichtet.

          Lidl hatte vergangene Woche schon angekündigt, 50 Millionen Euro zusätzlich an die Landwirte über die Initiative Tierwohl auszuzahlen. Jetzt folge eine weitere Soforthilfemaßnahme für die unter Druck stehenden Schweinebauern, hieß es. Am Freitag will Lidl-Konkurrent Aldi Gespräche unter anderem mit der Bauern-Protestbewegung „Land schafft Verbindung“ führen.

          Die sich in Existenznot sehenden Bauern klagen über zu geringe Erzeugerpreise und ein aus ihrer Sicht unfaires Gebaren der Einzelhandelsketten. In den vergangenen zwei Wochen blockierten sie mit ihren Traktoren in vielen Städten Zentrallager.

          Der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) im niedersächsischen Damme, Torsten Staack, begrüßte die Reaktion Lidls. Er gehe davon aus, dass auch die anderen Händler nachziehen werden. Den stark gefallenen Erzeugerpreisen stünden gestiegene Verbraucherpreise gegenüber. „Von den höheren Verbraucherpreisen ist bei den Bauern bislang nichts angekommen.“ Die Diskussion müsse zu einer auch für Bauern nachhaltigen Preispolitik führen.

          Weitere Themen

          Kampf ums Architektenhonorar

          FAZ Plus Artikel: Planung und Einwände : Kampf ums Architektenhonorar

          Damit die Vergütung der Architekten fällig wird, müssen strenge Voraussetzungen beachtet werden. Von Bauherren kann es vielfältige Einwände geben, erklärt der Rechtsanwalt Friedrich-Karl Scholtissek in seinem Gastbeitrag.

          Topmeldungen

          Das Impfzentrum in Trier im Februar.

          Ungenutzter Corona-Impfstoff : Macht Gerechtigkeit beim Impfen Deutschland langsam?

          Die Kühlschränke der Impfzentren sind voll, doch die Impfquote bleibt mäßig. Wie stark bremst das Ziel der gerechten Impfstoffverteilung Deutschland gerade aus? Die Situation in den Bundesländern ist sehr unterschiedlich.
          Die Vorläufer der Greensill Bank sitzen seit 1927 in Bremen

          Finanzhaus Greensill in Not : Zitterpartie für deutsche Sparer

          Eine britisch-australische Finanzgruppe hat auch von deutschen Privatanlegern viel Geld erhalten. Nun gerät Greensill Capital in Schieflage – und beantragt Insolvenzschutz. Sparer sollten wissen, was auf sie zukommt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.