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Unbeliebte Weihnachtsdeko : Früher war mehr Lametta

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Kunststoff-Lametta: Einst der Renner am Weihnachtsbaum, heute Ladenhüter. Bild: dpa

Einst waren es noch 50 Tonnen jährlich, zuletzt nur noch ein paar Hundert Kilo. Der letzte deutsche Lametta-Hersteller hört auf.

          Lametta hat ausgedient: Der letzte Hersteller in Deutschland hört mit der Produktion der weihnachtlichen Glitzerfäden auf. „Wir haben heuer das letzte Lametta produziert“, sagte Walter Enzenhöfer, Verkaufsleiter beim Unternehmen Riffelmacher & Weinberger am Donnerstag im fränkischen Roth. Derzeit seien noch Restbestände im Handel, aber dann „wird es nicht mehr in Deutschland produziert“, sagte Enzenhöfer.

          Er begründete den Ausstieg aus der Lametta-Produktion mit der nachlassenden Nachfrage. Er weine dem Lametta jedoch keine Träne nach, sagte Enzenhöfer. Stattdessen kämen nun neue Weihnachtsprodukte auf den Markt - etwa Girlanden aus Kunststoff.

          Das fränkische Unternehmen produziert seit mehr als 90 Jahren unter anderem Weihnachtsschmuck. Mit dem Ende des Lamettas aus Stanniol endet in Roth eine Jahrhunderte alte Fertigungs- und Wirtschaftstradition. Dort gab es einst mehrere Fabriken, die Lametta produzierten. Die Stadt war das Zentrum der sogenannten Leonischen Industrie, in der Feinmechaniker Metalldrähte und -fäden verarbeiteten - etwa zu Schmuck und Lametta. Übrig blieb nur Riffelmacher & Weinberger. Das Unternehmen verarbeitete einst bis zu 50 Tonnen Material jährlich, wie die Zeitung schreibt. Zuletzt seien es noch ein paar Hundert Kilo gewesen. Mittlerweile wird der meiste Weihnachtsschmuck in China hergestellt.

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