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Thomas Winkelmann : Letzter Air-Berlin-Chef verzichtet zum Abschied auf Geld

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Damals war er noch Air-Berlin-Chef: Thomas Winkelmann im September 2017. Bild: AFP

Er war der letzte Chef der roten Airline – und konnte die Insolvenz nicht abwenden. Nun macht Thomas Winkelmann seinem ehemaligen Arbeitgeber ein Geschenk. Oder besser: Dessen Gläubigern.

          Der letzte Chef der Fluggesellschaft Air Berlin, Thomas Winkelmann, nimmt vorzeitig seinen Hut. Insolvenzverwalter Lucas Flöther teilte am Dienstag mit, der Vertrag des 58-Jährigen sei zum Jahresende vorzeitig aufgelöst worden. Dabei verzichtet der ehemalige Lufthansa-Manager auf Geld: „Die Einigung kommt den Gläubigern von Air Berlin zugute, da Herr Winkelmann auf einen Teil seines ihm vertraglich vereinbarten Gehalts verzichtet“, erklärte Flöther.

          Nach der Pleite von Air Berlin vor knapp einem Jahr war bekannt geworden, dass Winkelmann sich sein Gehalt von rund 4,5 Millionen Euro durch eine Bankgarantie insolvenzsicher hatte garantieren lassen. Operativ hatte Winkelmann zuletzt nur noch wenig zu tun. In der Insolvenz hat allein der Insolvenzverwalter das Sagen. An Ruhestand denkt der ehemalige Lufthansa-Manager aber offenbar nicht: „Ich kann mich nun ab 2019 neuen beruflichen Aufgaben widmen“, sagte er.

          Berliner Flughäfen haben Insolvenz überwunden

          Die Berliner Flughäfen haben ihr kleines Tief nach dem Ende von Air Berlin indes überwunden. Die Zahl der Passagiere am Standort Berlin stieg im Juli wieder leicht. In Berlin-Tegel, wo Air Berlin bis zum Niedergang der größte Kunde war, lag die Fluggastzahl erstmals in diesem Jahr „bei plus/minus null“ im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Dienstag sagte. In Schönefeld habe es ein leichtes Plus gegeben, dies sei im August dann auch für Tegel zu erwarten.

          Nach Marktanteilen sind in Berlin derzeit Easyjet mit 29 Prozent und der Lufthansa-Konzern mit seiner Tochtergesellschaft Eurowings mit zusammen 25 Prozent die größten Kunden. Es folgt Ryanair, mit der 15 Prozent der Fluggäste von und nach Berlin reisen, wie Lütke Daldrup berichtete. Der Flughafenchef zeigte sich mit dem Flugbetrieb in Berlin nach der Hälfte der Sommerreisesaison zufrieden. An Spitzentagen seien bis zu 120.000 Passagiere an den beiden Flughäfen abgefertigt worden.

          Was Verspätungen betreffe, gebe es „insgesamt in Deutschland keine gute Situation“. Im deutschen Vergleich könnten sich die Berliner Flughäfen aber sehen lassen: In jedem der ersten sechs Monate hätten Tegel (77 Prozent im Schnitt) und Schönefeld (74 Prozent) bessere Pünktlichkeitswerte gehabt als Frankfurt, München und Düsseldorf.

          Nach einer Analyse für den Monat Juni sind fast die Hälfte aller Verspätungen in Berlin auf eine verspätete Ankunft der Maschinen zurückzuführen. Manche Airlines hätten Schwierigkeiten, mit den von Air Berlin übernommenen Flugrechten, Maschinen und Mitarbeitern
          einen stabilen Flugplan hinzubekommen, sagte Lütke Daldrup.

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