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Vertragsverhandlungen : Lehnte die EU Biontech-Impfstoff ab?

Begehrte Substanz: Der Impfstoff von Biontech-Pfizer gegen Covid-19 Bild: EPA

Deutschland und die EU hätten angeblich deutlich mehr Dosen der knappen Impfstoffe von Biontech und Moderna erhalten können. Allerdings ist offensichtlich, warum die Kommission offenbar nicht zum Maximum griff.

          3 Min.

          Es sind wohl die hohen Covid-Infektionszahlen in Deutschland, die die EU im Allgemeinen und die Europäische Kommission im Besonderen in diesen Tagen dauernd unter Druck setzen. Wurde zu Beginn der Woche noch die EU-Arzneimittelagentur Ema für ihre anscheinend langsame Prüfung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer kritisiert, so steht seit Freitag ein anderer Vorwurf im Raum. Die EU-Kommission, die den Ankauf der Vakzine bei den verschiedenen Pharmaunternehmen für die ganze EU federführend betreut, habe schlecht verhandelt, heißt es nun. Nach einem „Spiegel“-Bericht hätte sich die Kommission sowohl von Biontech und Pfizer als auch vom amerikanischen Hersteller Moderna mehr Impfstoff sichern können, als in den Kaufverträgen jetzt vereinbart.

          Werner Mussler
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Demnach habe Biontech bis zu 500 Millionen Dosen angeboten. Die Kommission hat nur einen Vertrag über 200 Millionen Einheiten abgeschlossen, mit einer Option auf weitere 100 Millionen Dosen. Auch die Firma Moderna hätte der EU mehr von ihrem Impfstoff liefern können als die vereinbarten bis zu 160 Millionen Einheiten, sagte Unternehmenschef Stéphane Bancel dem „Spiegel“. Die Kommission wollte den Bericht unter Verweis auf die Vertraulichkeit der Verträge am Freitag nicht kommentieren. 

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