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Weihnachtsgeschäft : Lego gehen die Klötzchen aus

Weihnachtsbaum aus Lego in Sydney Bild: dpa

Der dänische Spielzeughersteller kommt mit der Produktion der bunten Bausteine nicht hinterher. Droht nun die Flaute unter dem Weihnachtsbaum?

          Wenn der Erfolg zu groß wird, ist das nicht bloß ein Luxus-Problem. Der Spielwarenkonzern Lego bekommt das aktuell zu spüren. Denn in der Konzernzentrale im dänisch Billund hat man sich offenbar verschätzt, wie stark die Nachfrage nach Sets mit den Bausteinen mit den charakteristischen Noppen steigen könnte. Vor Beginn des wichtigen Weihnachtsgeschäfts sendet Lego daher eine Warnmeldung. Für Händler, die noch nicht ihr gesamtes Weihnachtssortiment eingekauft haben, will der Spielwarenkonzern keine Gewähr mehr übernehmen, dass deren Order vor den absatzstarken Adventssamstagen noch abgearbeitet werden können.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Die Nachfrage in den vergangenen Monaten hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, bestätigt eine Lego-Sprecherin auf Anfrage, dass es vor Weihnachten in der Bausteineproduktion eng werden könnte. Reihenweise leere Regale in Spielwarengeschäften befürchtet sie nicht. „Unsere Handelspartner bekommen alle Bestellungen, die sie schon aufgegeben haben, geliefert“, beteuert sie. Die meisten Spielwarengeschäfte planten ihre Order lange im Voraus. Allerdings schränkt die Unternehmenssprecherin ein: „Wir haben aber nicht mehr die Kapazitäten frei, um alle möglicherweise noch eingehenden Bestellungen abzuarbeiten.“

          Die Spritzgussmaschinen, in denen aus erhitztem Kunststoffgranulat Kötze in verschiedenen Formen und Farben geformt werden, liefen am Limit. Dazu hat nicht erst die Aussicht auf das Weihnachtsgeschäft geführt. In der ersten Hälfte dieses Jahres war der Lego-Absatz um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. „Das hat dazu geführt, dass wir an Kapazitätsgrenzen stoßen.“ Der Hersteller meldete einen Umsatz von umgerechnet 1,9 Milliarden Euro.

          Damit lag Lego zum zweiten Mal zur Jahresmitte vor dem amerikanischen Mattel-Konzern, der auf einen Umsatz von umgerechnet 1,7 Milliarden Euro kam. Lego war somit für die Monate Januar bis Juni der größte Spielzeugproduzent der Welt. Mattel ist allerdings stärker vom Weihnachtsgeschäft abhängig und hatte 2014 für das Gesamtjahr die Weltmarktführerposition verteidigen können, obwohl die Amerikaner unter anderem die schwächelnden Nachfrage nach Puppen wie Barbie beutelt.

          „Star Wars“ dürfte das Wachstum weiter steigern

          Bei Lego sieht es derweil anders aus – kaum eine Neukreation aus dem dänischen Billund erweist sich als Flop. Mit der 2012 eingeführten Lego-Friends-Reihe konnte der Konzern nach zahlreichen Fehlschlägen in der Vergangenheit nun auch Mädchen nachhaltig für Bausteine begeistern. In diesem Jahr hat Lego mit Elfenfiguren  und einer passenden Traumwelt nachgelegt und abermals Punkte bei Mädchen gesammelt. Parallel dazu ziehen die asiatisch anmutenden Kämpfer der Ninjago-Welt und die neuen Super-Heroes-Figuren in immer mehr Jungenzimmer ein. Und Dauerbrenner wie Polizeiwache und Feuerwehr sowie übergroßen Duplo-Steine für Kleinkinder halten sich beständig.

          Eine der größten Wachstumshoffnungen des Jahres steht sogar erst ganz am Anfang. Im Dezember kommt der nächste „Star-Wars“-Film in die Kinos. Die neuen Produkte stehen zwar seit einem Monat im Handel, Sammler haben schon zugegriffen, doch einen Schub dürfte es erfahrungsgemäß geben, wenn der Filmstart naht. „Star-Wars“-Artikel sind eines der erfolgreichsten Lizenzthemen in der Spielwarenwelt.

          Für 2015 zeichnet sich ab, dass Lego Wachstumschancen ungenutzt lassen muss, weil der Konzern nicht genügend Fertigungslinien hat. Damit sich das 2016 nicht wiederholt, stockt der Hersteller ein sein Investitionsprogramm auf. Bis 2022 soll ein dreistelliger Millionenbetrag ausgegeben werden, um mehr Steine formen, verpacken und ausliefern zu können. „Die hohe Nachfrage ist eine Belastung für unsere Werke in der ganzen Welt. Wir investieren, um sicherzustellen, dass wir alle Produkte liefern können, die unsere Kunden kurz- und langfristig verlangen“, sagte Lego-Finanzvorstand John Goodwin.

          Auch wenn das Expansionsprogramm erst in einigen Jahren seine volle Wirkung entfalten wird, soll es schon im nächsten Jahr für Entlastung sorgen. Nahe seines Werks in Ungarn hat der Konzern eine Halle gemietet, um kurzfristig weitere Spritzgussmaschinen aufzustellen. Bis 2020 könnte bei weiter steigender Nachfrage der Ausbau weiter gehen und 1600 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. 2018 beginnt zudem die Fertigung in einem neuen Werk in Mexiko, 2017 eröffnet eine Fabrik in China, die Bausteine für den asiatischen Markt liefern soll.

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