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„Das haut voll rein“ : Lebkuchen-Hersteller Lambertz von Trumps Zöllen betroffen

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Die Außentemperatur ist wichtiger als die Konjunktur, sagt Hermann Bühlbecker Bild: dpa

Auf vier Millionen Euro beziffert der Inhaber des größten Lebkuchen-Herstellers der Welt den bisherigen Schaden. Sehr gut laufe es dagegen in Deutschland.

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          Der größte Lebkuchen-Produzent der Welt leidet nach eigenen Angaben unter den Strafzöllen der amerikanischen Regierung. Seit Mitte Oktober verlangen die Vereinigten Staaten wegen des Streits um Airbus-Subventionen 25 Prozent Aufschlag für Gebäck aus Deutschland. „Das haut voll rein“, sagte der Inhaber der Lambertz-Gruppe aus Aachen, Hermann Bühlbecker, der „Welt“. Es gebe feste Verträge mit den amerikanischen Abnehmern, kurzfristige Preisanpassungen seien daher nicht möglich.

          Auf rund vier Millionen Euro schätzt Bühlbecker den bisherigen finanziellen Schaden für sein Unternehmen seit Inkrafttreten der Zölle vor knapp zwei Monaten. Hinzu komme: „Wir rechnen mit weniger Bestellungen“, so der Unternehmer.

          Eine vollständige Weitergabe des Aufschlags werde wohl nicht funktionieren. „Vielleicht müssen wir die Grammatur zurückfahren und kleinere Packungsgrößen anbieten.“

          Dagegen laufe das aktuelle Saisongeschäft in Deutschland überdurchschnittlich gut für die Lambertz-Gruppe: Um zehn Prozent seien die Erlöse mit Lebkuchen, Printen, Dominosteinen und Spekulatius in diesem Jahr gestiegen. Als Grund für den Umsatzsprung nannte Bühlbecker vor allem das Wetter. „Die Außentemperatur ist für uns wichtiger als die Konjunkturlage“, sagte der 69 Jahre alte Unternehmer weiter. „In diesem Jahr war es im Herbst meist kalt und nass. Das treibt die Nachfrage. Der Handel musste sogar mehrfach nachordern.“

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