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Lebensmittelketten : Rewe an Plus-Märkten interessiert

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Gerade erst hat Rewe bei der Metro die Extra-Märkte eingekauft Bild: ddp

Vor dem drohenden Scheitern der Übernahme des Tengelmann-Discounters Plus durch Deutschlands Marktführer Edeka wirft der Kölner Lebensmittelriese Rewe seinen Hut als möglicher Retter in den Ring.

          Vor dem drohenden Scheitern der Übernahme des Tengelmann-Discounters Plus durch Deutschlands Marktführer Edeka wirft der Kölner Lebensmittelriese Rewe seinen Hut als möglicher Retter in den Ring. Der Vorstandsvorsitzende Alain Caparros hat am Wochenende Interesse signalisiert, Teile des Plus-Filialnetzes zu übernehmen. Er sei bereit, mit den Eigentümern von Plus - der Unternehmensfamilie Haub - über Zukunftslösungen für den Discounter zu sprechen, sagte er am Sonntag der F.A.Z.

          „Man kann über alles reden, allein schon im Interesse der rund 27.000 Mitarbeiter“, sagte Caparros. Kontakte zwischen den drei großen Wettbewerbern im deutschen Lebensmittelhandel hat es bisher jedoch noch nicht gegeben. Auch welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit sich im Einzelnen ergeben könnten, ist aus Sicht von Rewe noch völlig offen. An diesem Montag werden sich die Vertreter der beiden Handelsketten Edeka und Tengelmann beim Bundeskartellamt in Bonn treffen, um nochmals für das beabsichtigte Zusammengehen der Discount-Ketten Netto (Edeka) und Plus zu kämpfen. Angeblich sind sie zu großen Zugeständnissen bereit, um das von den Wettbewerbshütern bisher mit ablehnender Haltung betrachtete Vorhaben zu retten (Edeka und Plus: Eine Fusion kommt nicht in die Tüte). Bis zum 16. Mai hat das Bonner Amt noch Zeit, sich endgültig zu entscheiden.

          Im November vergangenen Jahres hatte sich Edeka in einem erbitterten Bieterstreit um die Plus-Filialen gegen den Rivalen Rewe durchgesetzt, der allerdings auch zusätzlich für das Auslandsgeschäft von Plus geboten hatte. "Abgerechnet wird nach Ladenschluss", lautete damals die recht emotionale Reaktion von Caparros auf seine Niederlage. Wenig später erhielt er jedoch den Zuschlag bei der von Metro auf die Verkaufsliste gesetzten Supermarktkette Extra. Während diese Übernahme inzwischen abgesegnet wurde, hat das Bundeskartellamt erhebliche wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen den Zusammenschluss von Netto und Plus zur Nummer drei im deutschen Discountmarkt. Führend sind Aldi und Lidl, der Rewe-Discounter Penny belegt Platz vier.

          Die Tengelmann-Gruppe, die als bisheriger Eigner der Plus-Filialen mit 30 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen von Netto-Plus beteiligt bleiben will, steht bei diesem Deal unter hohem Druck. Denn die ausländischen Plus-Tochtergesellschaften wurden bereits verkauft, und das verbliebene Inlandsgeschäft gilt in der jetzigen Form als nicht mehr wettbewerbsfähig. Angeblich sind die Beteiligten zu erheblichen Zugeständnissen wie der Abgabe von rund 900 Filialen oder dem Verzicht auf die Warenbeschaffung für die Tengelmann-Supermärkte bereit.

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