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Lebensmittel : Starbucks steigt ins Kaffee-Kapselgeschäft ein

  • -Aktualisiert am

Die amerikanische Kaffeekette Starbucks wagt mit ihren Kapseln den Sprung in die Privathaushalte. Bild: dapd

Die amerikanische Kette Starbucks greift mit ihrer neuen Kapsel-Kaffeemaschine „Verismo“ die Konkurrenten Nespresso, Cafissimo und Tassimo direkt an. Auch das Filialnetz in Deutschland soll kräftig ausgebaut werden.

          Auch wenn im morgendlichen Straßenbild immer mehr eilige Passanten mit dampfenden Kaffee-Pappbechern bewaffnet sind, so trinkt hierzulande die Mehrzahl der Konsumenten ihren Kaffee immer noch daheim. Und dort stammt das dunkle Gebräu vermehrt aus Ein-Tassen-Kaffeemaschinen.

          Der Markt für diese kleinen heimischen Kaffeezapfstellen ist zwar schon von Platzhirschen wie die Nestlé-Systeme Nespresso und Dolce Gusto, Cafissimo von Tchibo oder Tassimo von Kraft Foods gut besetzt. Seit diesem Donnerstag wagt mit dem amerikanischen Kaffeekonzern Starbucks Coffee Company jedoch ein weiterer Wettbewerber den Sprung in die Privathaushalte, und zwar mit seinem neuen Kaffeesystem Verismo.

          Internationaler Start des neuen Geschäftsfeld

          „Wir wollen Starbucks dorthin bringen, wo die Menschen leben“, begründet Michelle Gass, für Europa, den Nahen Osten und Afrika zuständige Starbucks-Managerin, den jetzt erfolgten internationalen Start des neuen Geschäftsfeldes.

          Neben Deutschland zählen in Europa auch England, Frankreich, die Schweiz und Österreich zu den Ländern, in denen ab sofort über das Internet und ab November überdies in ausgewählten Starbucks-Filialen Maschinen, Kaffee-Portionstöpfchen sowie Milchkapseln zur heimischen Zubereitung von Caffè latte, Espresso oder Filterkaffee bezogen werden können.

          Besonders für die Expansionsstrategie in Deutschland sei die Einführung des Systems ein Meilenstein, unterstrich Gass bei der Vorstellung des neuen Systems. Mit dem neuen Online-Shop erschließe das Kaffeeunternehmen zudem einen weiteren Vertriebskanal, nachdem inzwischen schon verschiedene Kaffeemischgetränke in den Kühlregalen der Supermärkte zu finden sind.

          Maschinenkaffee mit Frischmilch

          Dass Starbucks erst jetzt diesen seit einigen Jahren boomenden Markt betritt, begründet die in der Londoner Europazentrale residierende Amerikanerin mit der langen Suche nach dem richtigen Partner mit der besten Technik. Der Kaffee soll daheim schließlich genauso schmecken wie in den Starbucks-Läden.

          Die Besonderheit des Systems liegt nach ihren Worten darin, dass bei der Zubereitung der Kaffeespezialitäten erstmals mit echter Frischmilch gearbeitet wird. Partner der Amerikaner ist das in Bergisch Gladbach ansässige Familienunternehmen Krüger GmbH & Co. KG. Der europäische Marktführer für Instant-Produkte wie löslichen Kaffee-, Kakao- oder Teespezialitäten hat einen dreistelligen Millionenbetrag in das Projekt gesteckt.

          Die mit einem Druck von 19 Bar arbeitenden Maschinen werden in der Schweiz gebaut, die aus der Starbucks-Rösterei in Amsterdam gelieferten Kaffeebohnen auf neu errichteten Anlagen des Unternehmens verarbeitet und in Portionskapseln verpackt.

          Vorstandsmitglied Marc Krüger sieht große Chancen in der Kooperation mit der weltgrößten Kaffeehaus-Kette. Er ist davon überzeugt, dass spätestens in drei Jahren das Geschäft mit Kaffee den größten Anteil am Gesamtumsatz (zuletzt 1,7 Milliarden Euro) haben wird.

          Starbucks ist vor genau zehn Jahren in Deutschland an den Start gegangen, und zwar in einer glücklosen, für das Warenhausunternehmen später sehr teuer gewordenen Liaison mit Karstadt. Mit derzeit etwas mehr als 150 Filialen sei Deutschland heute das am stärksten unterrepräsentierte Land in der Starbucks-Welt, meint der seit einem Jahr amtierende Deutschland-Chef Michael Specht. Zum Vergleich: In England kommt das Unternehmen auf rund 700 Läden.

          Um das Potential auszuschöpfen, will das Unternehmen nun verstärkt in die Mittelstädte wie Kassel oder Würzburg vorstoßen. Auf Lizenzbasis sollen künftig zudem vermehrt Raststätten oder Bahnhöfe als neue Standorte für die Cafés gewonnen werden. Für Specht ist es nicht unrealistisch, hierzulande mittelfristig auf ein Netz von rund 500 Einheiten zu kommen.

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